Premier Justin TrudeauBoni für Chefs von Air Canada «inakzeptabel»

Regionale Routen gestrichen, Zehntausende Angestellte entlassen - und doch Boni ans Management ausbezahlt. Ein Entrüstungssturm ist über Air Canada hereingebrochen.

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Die Fluggesellschaft versuchte sich noch zu erklären. Das Bonusprogramm sei vom Aufsichtsrat im Sommer 2020 abgesegnet worden, teilte Air Canada am Sonntag (6. Juni) in einer Mitteilung mit. Man habe zehn Millionen Kanada-Dollar (rund 6,8 Millionen Euro) in der Form von Aktienoptionen und Barzahlungen für mehr als 900 Angestellte bereitgestellt, um sie «für ihre Arbeit in einer Zeit großer Verwerfungen und hoher Risiken für das Unternehmen» zu entschädigen.

Acht Millionen davon sei für das mittlere Management vorgesehen gewesen, versuchte sich die Fluglinie weiter zu verteidigen. Doch der Schaden war angerichtet. Air Canada hat im vergangenen Jahr regionale Routen gestrichen, etwa 25.000 Arbeitsplätze abgebaut,  Rückerstattungen an Passagiere verzögert und Staatshilfe empfangen. Dass in dieser Situation Boni ausgezahlt werden sollten, stieß weithin auf Unverständnis.

Auch Ex-Chef verzichtet

Im Parlament bezeichnete Kanadas Premierminister Justin Trudeau die Boni bei Air Canada als «inakzeptabel». Und so gab der Vorstand der Airline bekannt, auf seinen Anteil zu verzichten. Der ehemalige Chef Calin Rovinescu spendete seinen Anteil an eine Stiftung für notleidende Angestellte.

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