Produktion bei Boeing: Etliche Abgänge.

FlugzeugbauBoeing verzichtet auf russisches Titan, Airbus nicht

Der amerikanische Flugzeugbauer bezieht vorerst kein russisches Titan mehr. Der europäische Konkurrent kauft das Metall weiterhin in Russland ein.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Öl und Gas. Um diese beiden Rohstoffe dreht sich meist die Debatte, wenn es um Sanktionen und Boykotte gegen Russland und russische Gegenmaßnahmen geht. Doch die russische Invasion der Ukraine und der folgende politisch-wirtschaftliche Konflikt betrifft auch andere Rohstoffe, beispielsweise das für den Flugzeugbau wichtige Titan.

Das Metall ist leicht, widerstandsfähig und gut mit Verbundwerkstoffen kombinierbar, etwa beim Bau von Boeing 787 und Airbus A350. Kevin Michaels, Direktor der Beratungsfirma Aero Dynamic Advisory erklärte dem Magazin Flight Global, Titan mache etwa 15 Prozent des Leergewichtes einer Boeing 787 aus, ein höherer Anteil als bei anderen Modellen.

Airbus mit höherem Anteil aus Russland

35 bis 40 Prozent des von Boeing verwendeten Titans kommen laut Michaels bisher vom russischen Zulieferer VSMPO-Avisma, der zu ein Viertel dem staatlichen Rüstungskonzern Rostec gehört. Bei Airbus strammen rund 50 Prozent des Titans aus Russland.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die Zeitung Wall Street Journal berichten, hat der amerikanische Flugzeugbauer nun jedoch den Kauf von Titan aus Russland ausgesetzt, während der europäische Konkurrent den Rohstoff weiterhin aus Russland bezieht.

Eigentlich wollte Boeing Zusammenarbeit ausbauen

Boeing erklärte, man verfüge über «beträchtliche» Bestände des Metalls. «Wir haben den Kauf von Titan aus Russland eingestellt», so der Flugzeugbauer. «Unser Bestand und die Vielfalt der Titanquellen reichen für die Produktion von Flugzeugen aus.» Erst im November 2021 bei der Dubai Airshow hatten Boeing und VSMPO noch vereinbart, ihre Zusammenarbeit zu verlängern und auszubauen, unter anderem über ihr Gemeinschaftsunternehmen namens Ural Boeing Manufacturing.

Airbus verwies darauf, dass man die Hälfte des eigenen Titanbedarfs durch Lieferungen aus Russland abdecke, während Boeing nur bei etwas einem Drittel auf VSMPO angewiesen sei. Laut Reuters-Informationen stammt der größte Teil von Airbus’ Titan von VSMPO, einige Titanbauteile für Fahrwerke aber auch von Hydromash aus Nischni Nowgorod.

Angespannte Lage am Markt

In jedem Fall gibt es Vorräte. «Geopolitische Risiken sind in unsere Titan-Beschaffungspolitik integriert», so Airbus zu Flight Global. «Wir sind daher kurz- und mittelfristig geschützt.» Experte Kevin Michaels erklärt: «Es gibt keinen einzigen Rest Titan mehr auf dem Markt, es wurde alles aufgekauft.» Solange der Konflikt nicht bis ins Jahr 2023 andauere, dürften sich die Folgen für die Luftfahrt noch in Grenzen halten.

Mehr zum Thema

Boeing 777 von Aeroflot: Noch in der Welt unterwegs.

Wo sich Aeroflot und Co. derzeit noch hintrauen

Airbus-Jet von Aeroflot: In Europa geleasten Fliegern droht der Abzug.

Russland prüft Verstaatlichung von Aeroflot-Jets

Russland-Sanktionen: Auch Pobeda, Nordwind, Royal Flight und Azur Air stoppen Auslandsflüge

Russland-Sanktionen: Auch Pobeda, Nordwind, Royal Flight und Azur Air stoppen Auslandsflüge

ticker-frankreich

Frankreich bestellt acht Airbus-Drohnen U050 Capa-X

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack