Produktion bei Boeing: Etliche Abgänge.

FlugzeugbauBoeing verzichtet auf russisches Titan, Airbus nicht

Der amerikanische Flugzeugbauer bezieht vorerst kein russisches Titan mehr. Der europäische Konkurrent kauft das Metall weiterhin in Russland ein.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Öl und Gas. Um diese beiden Rohstoffe dreht sich meist die Debatte, wenn es um Sanktionen und Boykotte gegen Russland und russische Gegenmaßnahmen geht. Doch die russische Invasion der Ukraine und der folgende politisch-wirtschaftliche Konflikt betrifft auch andere Rohstoffe, beispielsweise das für den Flugzeugbau wichtige Titan.

Das Metall ist leicht, widerstandsfähig und gut mit Verbundwerkstoffen kombinierbar, etwa beim Bau von Boeing 787 und Airbus A350. Kevin Michaels, Direktor der Beratungsfirma Aero Dynamic Advisory erklärte dem Magazin Flight Global, Titan mache etwa 15 Prozent des Leergewichtes einer Boeing 787 aus, ein höherer Anteil als bei anderen Modellen.

Airbus mit höherem Anteil aus Russland

35 bis 40 Prozent des von Boeing verwendeten Titans kommen laut Michaels bisher vom russischen Zulieferer VSMPO-Avisma, der zu ein Viertel dem staatlichen Rüstungskonzern Rostec gehört. Bei Airbus strammen rund 50 Prozent des Titans aus Russland.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die Zeitung Wall Street Journal berichten, hat der amerikanische Flugzeugbauer nun jedoch den Kauf von Titan aus Russland ausgesetzt, während der europäische Konkurrent den Rohstoff weiterhin aus Russland bezieht.

Eigentlich wollte Boeing Zusammenarbeit ausbauen

Boeing erklärte, man verfüge über «beträchtliche» Bestände des Metalls. «Wir haben den Kauf von Titan aus Russland eingestellt», so der Flugzeugbauer. «Unser Bestand und die Vielfalt der Titanquellen reichen für die Produktion von Flugzeugen aus.» Erst im November 2021 bei der Dubai Airshow hatten Boeing und VSMPO noch vereinbart, ihre Zusammenarbeit zu verlängern und auszubauen, unter anderem über ihr Gemeinschaftsunternehmen namens Ural Boeing Manufacturing.

Airbus verwies darauf, dass man die Hälfte des eigenen Titanbedarfs durch Lieferungen aus Russland abdecke, während Boeing nur bei etwas einem Drittel auf VSMPO angewiesen sei. Laut Reuters-Informationen stammt der größte Teil von Airbus’ Titan von VSMPO, einige Titanbauteile für Fahrwerke aber auch von Hydromash aus Nischni Nowgorod.

Angespannte Lage am Markt

In jedem Fall gibt es Vorräte. «Geopolitische Risiken sind in unsere Titan-Beschaffungspolitik integriert», so Airbus zu Flight Global. «Wir sind daher kurz- und mittelfristig geschützt.» Experte Kevin Michaels erklärt: «Es gibt keinen einzigen Rest Titan mehr auf dem Markt, es wurde alles aufgekauft.» Solange der Konflikt nicht bis ins Jahr 2023 andauere, dürften sich die Folgen für die Luftfahrt noch in Grenzen halten.

Mehr zum Thema

Boeing 777 von Aeroflot: Noch in der Welt unterwegs.

Wo sich Aeroflot und Co. derzeit noch hintrauen

Airbus-Jet von Aeroflot: In Europa geleasten Fliegern droht der Abzug.

Russland prüft Verstaatlichung von Aeroflot-Jets

Russland-Sanktionen: Auch Pobeda, Nordwind, Royal Flight und Azur Air stoppen Auslandsflüge

Russland-Sanktionen: Auch Pobeda, Nordwind, Royal Flight und Azur Air stoppen Auslandsflüge

ticker-airbus-konzern-

Airbus sammelte im Juli 204 Bestellungen ein - nur ein Storno

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin