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Boeing macht Angebot

100 B747-8 für Emirates?

Der Flugzeugbauer machte gemäß einem Medienbericht Emirates ein Angebot zum Kauf von 100 Boeing 747-8. Damit will Boeing auch den Airbus A380 killen.

Boeing

Boeing 747-8: Die Amerikaner wollen, dass Emirates damit fliegt.

Es läuft schlecht. Nur 119 Bestellungen konnte Boeing bislang für das größte Flugzeug in seiner Angebotspalette einsammeln. Die letzte Order für eine 747-8 von Oktober 2014 belief sich auf eine einzige Maschine. In den Fabriken des amerikanischen Flugzeugherstellers gibt es deshalb immer weniger zu tun. 83 Stück wurden bereits gebaut, 36 Boeing 747-8 müssen noch hergestellt werden. Bei der heutigen Ausstoßrate von 1,5 Fliegern pro Monat reicht die Arbeit also noch für zwei Jahre.

Nun will Boeing offenbar zu einem Befreiungsschlag ausholen. Der amerikanische Konzern habe Emirates ein Angebot für 100 verbesserte, sparsamere 747-8 gemacht, schreibt das Fachportal Leeham News unter Berufung auf zwei unabhängige Quellen. Der Konzern verhandle direkt mit Emirates-Präsident Scheich Ahmed Bin Saeed Al Maktoum.

Doch hat die Boeing 747-8 die richtige Größe?

Mit dem Schachzug hat Boeing nicht nur die Rettung des 747-8-Programms im Auge. Die Amerikaner wollen auch den A380 killen. Der Superjumbo hat nur eine Zukunft, wenn Airbus eine verbesserte Version auf den Markt bringt. Emirates drängt den europäischen Flugzeughersteller seit langem dazu. 70 bis 100 weitere Exemplare will die Golfairline ordern, falls der A380 Neo wirklich kommt. Würde sie nun 747-8 kaufen, stünde Airbus ohne Großabnehmer da. Und ohne den lohnt sich die Weiterentwicklung nicht.

Airbus hat inzwischen den A380 Neo angekündigt. Die neue Variante werde garantiert «eines Tages» kommen, so Konzernchef Fabrice Brégier im Dezember. Auf den Markt kommt der verbesserte Superjumbo aber frühestens 2020. Dennoch hat Boeing nicht unbedingt die besseren Karten. Denn die B747-8 hat für Emirates einfach nicht die richtige Größe. Sie hat eine tiefere Kapazität als der Airbus A380 und eine nur leicht höhere als die Boeing 777X, von der die Golfairline 150 Stück orderte.



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