Boeing 737 max: Chats waren offenbar doch nicht so belastend wie angenommen.

Entlastende AussagenBoeing-Chats wohl ein Sturm im Wasserglas

Ein interner Chat brachte Boeing über das Wochenende in Bedrängnis. Doch die Interpretation, der Hersteller habe bereits 2016 von Fehlern beim MCAS gewusst, war offenbar falsch.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Was Ende vergangener Woche ans Licht kam, ließ Boeing in keinem guten Licht dastehen. Chat-Nachrichten zweier technischer Piloten - einer von ihnen der damalige Chef der Einheit -  thematisierten bereits 2016 Fehlfunktionen des Maneuvering Characteristics Augmentation System, kurz MCAS. Im Simulator habe der Flieger verrückt gespielt, so einer der beiden.

Die Federal Aviation Administration FAA verlangte eine sofortige Erklärung von Boeing, der Aktienkurs sank auf ein neues Tief. Doch wie es aussieht, handelte es sich damals nicht um Fehler des MCAS selbst, sondern um Fehlfunktionen des Simulators, berichtet die Zeitung Seattle Times unter Berufung auf drei Quellen.

Keine Möglichkeit desselben Szenarios

Ein Pilot in Führungsposition, der damals im selben Team gearbeitet hatte, erklärte der Zeitung, es sei unmöglich, dass sich das MCAS in dem von dem Pilot beschriebenen Szenario eingeschaltet habe. Das Verrücktspielen sei auf eine Fehlfunktion des Simulators zurückzuführen. «Ich kann Ihnen zu 100 Prozent versichern, dass es sich nicht um das Szenario der Unfälle gehandelt hat, weil es absolut keine Möglichkeit gibt, dass der Simulator einen der Angle-Of-Attack-Sensoren abgeschaltet hat», so der Informant.

Falsche Daten eines Sensors hatten bei den Abstürzen von Ethiopian und Lion Air dazu geführt, dass das MCAS sich eingeschaltet hatte. Laut der dritten Quelle der Seattle Times ist das Problem mit den Simulatoren nach dem inzwischen an die Öffentlichkeit geratenen Chat von November 2016 gelöst worden und im Dezember nicht mehr so aufgetreten.

Falsche Interpretation

Technische Piloten und Testpiloten haben verschiedene Aufgaben. Die technischen Piloten haben die Aufgabe, die Simulatoren und Handbücher für das Pilotentraining zu entwickeln, Testpiloten führen Testflüge der Maschinen durch. Zu der Zeit des Chats, der dieses Wochenende für Aufruhr sorgte, wurde der Simulator laut einer der Quellen gerade erst entwickelt.

Es habe dabei noch eine ganze Reihe Diskrepanzen zu lösen gegeben. Das, was Forkner thematisierte, sei eine davon. Die Interpretation, dass Boeing bereits damals über Fehlfunktionen des MCAS gewusst habe, sei daher falsch. Auch Boeing hatte inzwischen in einer Stellungnahme erklärt, es handele sich um Probleme mit dem Simulator.

Lange Zeitdauer

Eine beunruhigende Aussage des Chats war auch, dass der eine Pilot sagte, dass er «praktisch die Behörden angelogen» habe ohne es zu wissen. Was er damit offenbar meinte, war, dass Daten über Anpassungen am MCAS erst gerade zu ihm durchgedrungen waren – obwohl die Änderungen bereits im März vorgenommen worden waren. Das könnte auch einer der Gründe für die Fehlfunktion des Simulators sein.

Mehr zum Thema

Cockpit einer 737 Max: Bald mehr Redundanzen.

Interner Chat über 737 Max bringt Boeing in Bedrängnis

Boeing KC-46A Pegasus: Hat schon ein besseres MCAS.

Boeing hatte bereits ein sichereres MCAS

Boeing 737 Max: Wann darf sie wo wieder fliegen?

737 Max könnte schrittweise zurückkommen

ticker-boeing-1

Boeing zeigt bei Singapore Airshow keine Verkehrsflugzeuge - wegen Zertifizierungsarbeiten

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack