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Boeing 747 hat kaum Vorteile

Jumbo vom Aussterben bedroht

Noch stellt Boeing den Jumbo her. Fluglinien bevorzugen aber inzwischen andere Flieger. Auch der Airbus A380 gilt als interessanter.

Singapore

Taufe der ersten 747 von Singapore: Damals war der Flieger ein Riesen-Star.

Erst gerade lieferte Boeing die 1500. 747 aus. Die Lufthansa nahm den Jumbo Ende Juni in ihre Flotte auf. Die 747 ist damit der erste Langstreckenflieger überhaupt, der die Marke von 1500 ausgelieferten Exemplaren knackt. «Das ist ein sehr deutliches Zeichen, wie die Kunden die Leistung des Fliegers bewerten», kommentiert Boeing-747-Vizechef Eric Lindblad die Auslieferung.

Doch ganz so rosig sieht es für den unverwechselbaren zweistöckigen Langstreckenflieger nicht aus. Denn wirklich viele Bestellungen kann Boeing für die neuste Version 747-8 nicht verbuchen. Zweimal hat der Hersteller daher bereits die Produktionsrate für den Flieger reduziert. Nachdem sie am Anfang bei 2 Exemplaren pro Monat lag, sind es nun nur noch 1,5. Als Grund nannte Boeing eine zu geringe Nachfrage.

Anteil am Verkehr immer kleiner

In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil der Boeing 747 am weltweiten Passagierverkehr allgemein um 12 Prozent pro Jahr verringert, wie der Dienst Planestats errechnete. Gleich sieht es bei den geflogenen Sitzkilometern aus. Während die global von Langstreckenjets insgesamt geflogenen Sitzkilometer seit 2009 um rund 19 Prozent wuchsen, reduzierten sich die der Boeing 747 um rund 14 Prozent. Andere Langstreckenflieger gewinnen also.

Auch treue Kunden verabschieden sich langsam vom vierstrahligen Jet. Qantas – eine der fünf Airlines, die über 40 Prozent des gesamten 747-Passagierverkehrs ausmachen – hat bereits einen Großteil der Jumbo-Flotte in Rente geschickt. Bis Ende des Jahrzehnts soll der Flieger Geschichte sein. Japan Airlines hat 2011 den letzten Jumbo eingemottet – nach über 41 Dienstjahren.

Immer weniger Anbieter

Auch Singapore Airlines hat die 747 bereits in Rente geschickt. Air France will die 747 endgültig ausmustern, und das noch im Jahr 2015. Air New Zealand und Phillipine Airlines führen den letzten 747-Flug noch in diesem Jahr durch.

Ersetzen soll sie in vielen Fällen der A380 von Airbus. Er verbrennt rund 20 Prozent weniger Treibstoff als eine 747, heißt es von Airbus. Weitere Vorteile: Er kann mehr Passagiere transportieren und ist beim Start rund 50 Prozent leiser als Boeings Riesenflieger.

Zweistrahler gefragt

Doch auch die B787 und der A350 sowie die Boeing 777 sollen die B747 ersetzen. Die Anteile der Zweistrahler an den geflogenen Langstreckenkilometern haben sich überdurchschnittlich erhöht. Auch, weil die Airlines so flexibler sind und andere Ziele anfliegen können. Eine zweistrahlige B777-200-ER etwa kann fast genauso weit fliegen wie der vierstrahlige Jumbo – ist aber schneller gefüllt und ebenso effizient.

Sind Sie angesichts dem nahenden Ende der Königin der Lüfte nostalgisch geworden? Sehen Sie sich hier Fotos des Jumbo-Jets über die Jahre an. Fotos von Singapores Geschichte mit der 747 sehen Sie hier.



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