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Der kurze Triumph der Star Alliance

Die weltgrößte Allianz erhält mit Avianca-Taca und Copa Verstärkung in Südamerika. Doch lange dürfte die Freude nicht anhalten.

Avianca-Taca

Avianca-Taca: Nun in der weltgrößten Allianz.

Fünfzig neue Flughäfen, fünf neue Drehkreuze – der Beitritt der fusionierten Avianca-Taca aus Kolumbien und Zentralamerika, sowie von Copa Airlines aus Panama verstärkt Star Allaince in Südamerika deutlich . Insgesamt sechs neue Airlines gehören dann neu zum Bündnis, wenn man alle Töchter dazuzählt. Von 20 auf 31 Prozent steigt der Marktanteil in der wichtigen Region durch die neuen Mitglieder , wie das Capa Centre for Aviation errechnete. Dahinter liegt Oneworld mit 14 Prozent, Skyteam hält 10 Prozent in Lateinamerika.

Doch der Triumph der Star Alliance dürfte nicht allzu lange währen. Die vorherrschende Position in Lateinamerika hat sie erst seit Mai 2010 inne, als ihr mit der brasilianischen TAM Lateinamerikas größte Airline beitrat. Etwa 14 Prozent der gesamten Kapazität in Lateinamerika stammen von den Brasilianern. TAM wird die Star Alliance innerhalb der nächsten zwei Jahre aber verlassen. Profitieren dürfte davon mit größter Wahrscheinlichkeit der zweite am Markt. Nach der Fusion mit Chiles Lan dürfte TAM demnächst zu Allianz Oneworld stoßen, in der Lan bereits Mitglied ist.

Im schlimmsten Fall Platz drei

Falls dieses Szenario wirklich eintritt, hält Oneworld 28 Prozent des Marktes, die Star Alliance lediglich noch 19 Prozent – weniger als vor dem Beitritt von Avianca-Taca und Copa. Und es könnte sogar noch bitterer kommen. Der momentan noch dritte am Markt hat ebenfalls große Pläne. Skyteam befindet sich in Gesprächen mit der brasilianischen Gol – und gibt sich sehr selbstbewusst, was einen Beitritt der zweitgrößten lateinamerikanischen Airline betrifft. 13 Prozent an Marktanteil kämen dann für Skyteam hinzu. Außerdem wird im August dieses Jahres Aerolineas Argentinas hinzustoßen. Falls alles so läuft, wie man bei Skyteam hofft, springt der Marktanteil der Allianz dann in der Region auf 24 Prozent – die Star Alliance rutscht gar auf den dritten Platz.

Auch für die Airlines ist die Situation in Lateinamerika eine Herausforderung. Niemand will, was einen Beitritt oder Nicht-Beitritt betrifft, die falsche Entscheidung treffen. So wollte Gol eigentlich gar keinem Bündnis beitreten und lieber unabhängig bleiben, wie die Fluglinie schon mehrmals betonte. Doch wenn ein Großteil der Konkurrenz mit anderen zusammenspannt, wird es für die Außenstehenden schwieriger, ihnen Passagiere wegzuschnappen. Die Vorteile der Meilen- und Vielfliegerprogramme locken die Reisenden zu den Allianzen.

Letzte Hoffnung

Eine Hoffnung bleibt Star Alliance. Zumindest kurz- bis mittelfristig ist es für die neue Lan/TAM-Muttergesellschaft Latam auch eine Option, TAM in keiner Allianz zu lassen. Auf diese Weise könnte die brasilianische Airline die Codeshare-Vereinbarung mit Star-Alliance-Mitgliedern aufrecht erhalten.



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