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Salzburg, Graz, Klagenfurt

Austrian Airlines erwägt, Inlandsflüge zu kappen

Die österreichische Fluglinie will kurze Inlandsrouten womöglich streichen und verweist aufs Klima. Aber auch wirtschaftliche Überlegungen spielen für Austrian Airlines eine Rolle.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Bombardier Q400 Dash 8 von Austrian Airlines: Die Fluglinie trennt sich auch von den kleinen Fliegern.

«Früher oder später» werde es wohl dazu kommen, sagt Alexis von Hoensbroech. Der Chef von Austrian Airlines meint damit die Einstellung von kurzen Verbindungen innerhalb Österreichs. Zwar sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, doch man schaue sich das sehr genau an, so der Manager in einem Interview mit dem Rundfunk ORF. Dabei gehe es auch um Klimaschutz.

«Es ist in der Tat so, dass wir kurze Flüge auch nicht besonders gerne haben», sagte von Hoensbroech. «Und wenn es eine Möglichkeit gibt, dass es eine Boden-Infrastruktur gibt, die gut genug ist, die zu ersetzen, dann tun wir das gerne. Wir haben gerade Linz eingestellt.» Auch die Flüge zwischen Wien und Salzburg würden danke schneller Zugverbindungen in einigen Jahren wegfallen, so der Airline-Chef. Auch die noch kürzere Strecke Wien-Graz und die wenig ausgelastete Verbindung Wien-Klagenfurt stünden auf dem Prüfstand.

Inlandsrouten bringen oft Verluste

Von Hoensbroech wollte in der Klimadebatte aber auch die Maßstäbe geraderücken. Weltweit sei der Flugverkehr für 2,7 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, sagte er. Das sei genug, um alles zu versuchen, um das reduzieren. «Es ist aber nicht so viel, dass der reine Verzicht aufs Fliegen am Ende unser Klima rettet.» Ähnlich hatte sich von Hoensbroech auch kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH geäußert und verraten, dass er auch mit seinen Kindern am Esstisch über den Klimawandel debattiert.

Mit Blick auf die Inlandsrouten hatte das Fachmagazin Air Transport World im Juli berichtet, Austrian Airlines prüfe für die größtenteils verlustbringenden Strecken auch Lösungen wie Hilfen regionaler Landesregierungen sowie der EU im Rahmen der sogenannten Public Service Obligation PSO. Dabei handelt es sich um Unterstützung für Routen, die wichtig für die Allgemeinheit sind, aber nicht gewinnbringend betrieben werden können.

Kärnten will Austrian nicht subventionieren

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH mit Blick auf die Strecke Wien – Klagenfurt erklärte das Amt der Kärntner Landesregierung, es sei ihm bekannt, dass «Austrian Airlines Bestrebungen hat, den Betrieb ihrer Flugverbindungen zu den Regionalflughäfen in Österreich zu hinterfragen». Daher bringe die Fluglinie Public Service Obligations ins Gespräch.

«Da jedoch seitens der Austrian Airlines die innerösterreichischen Flugverbindungen nach Klagenfurt im Wesentlichen so gestaltet wurden, dass die Verbindungen hauptsächlich Zubringerfunktion zu den Drehkreuzen haben und sich daher unter den Passagieren weitaus überwiegend Umsteiger befinden, stellt sich die Frage, inwieweit dies mit den Grundsätzen der PSO überhaupt vereinbar ist», so das Amt. Zudem gebe es vom Land Kärnten keinerlei Bestrebungen, «Austrian Airlines Subventionen bzw. Verlustabdeckungen zur Verfügung zu stellen».



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