Airbus A320 von Condor: Bald mit englischsprachigen Pilotinnen und Piloten unterwegs.

Befristete VerträgeAuch bei Condor ist Deutsch im Cockpit nicht mehr zwingend

Erst City Airlines, jetzt Condor: Weil es an deutschsprachigen Bewerbenden mangelt, sucht der Ferienflieger englischsprachige Pilotinnen und Piloten. Allerdings zu anderen Bedingungen.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Deutsche Fluggesellschaften suchen Personal fürs Cockpit. Das ist soweit nichts Neues. Doch nach Lufthansas neuer Tochter City Airlines geht jetzt auch Condor einen Schritt, den man so noch kaum kannte: Sie setzt nicht zwingend Deutschkenntnisse voraus.

Das geht aus einer aktuellen Stellenanzeige der Ferienairline hervor. «Ab 2024 wird Condor 41 brandneue Flugzeuge des Typs A32X Neo in Empfang nehmen», heißt es darin auf Englisch. «Um dieses außergewöhnliche Wachstum bewältigen zu können, suchen wir für unsere A320-Flotte außergewöhnliche neue Mitarbeitende.»

Auf zwei Jahre befristet

«Aufgrund des kurzfristigen Bedarfs stellt Condor Anfang kommenden Jahres unter anderem eine begrenzte Anzahl an englischsprachigen Pilotinnen und Piloten für ihre A320-Flotte ein», bestätigt die Airline gegenüber aeroTELEGRAPH. «Das Bewerbungs- sowie Schulungsverfahren findet bilingual statt und verläuft identisch zu den aktuellen Prozessen unter Berücksichtigung aller geforderten Sicherheits- und Qualitätsstandards.»

In der Stellenanzeige ist zu sehen, dass die angebotenen Verträge auf zwei Jahre befristet sind. Ein unbefristeter Vertrag ist laut Inserat nur dann möglich, wenn fließende Deutschkenntnissen durch ein Zertifikat der Stufe B2 nachgewiesen werden oder es sich um Muttersprachler handelt.

«Sie haben es versäumt, rechtzeitig auszubilden»

Bei der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sieht man ein, dass es einen Mangel an deutschsprachigen Cockpitcrews gibt. Doch daran seien die Airlines selbst schuld. «Sie haben es versäumt, rechtzeitig auszubilden. Die Flugschulen waren zu lange geschlossen. Und jetzt versucht man, am Markt alles zu bekommen, was man bekommen kann», so Präsident Stefan Herth.

Er sieht zwei Probleme bei der Maßnahme, die City Airlines und Condor ergreifen. Zum einen müsse garantiert sein, dass die Pilotinnen und Piloten auch tatsächlich sehr gut Englisch sprechen. «Denn im Cockpit muss man einwandfrei miteinander kommunizieren können.» Das sei ein lösbares Problem, wie man unter anderem bei den Golfairlines wie Emirates sehe.

Sind die Unternehmen bereit?

Das größere und schwieriger zu lösende Problem: «Die Organisation der Unternehmen in Deutschland ist noch gar nicht bereit dafür», so Herth. «Alle Vereinbarungen und Verträge, die ganze Kommunikation findet dort auf Deutsch statt.» Die Zweisprachigkeit so umzusetzen, dass die neuen englischsprachigen Mitarbeitenden gut abgeholt werden, sei ein langwieriges Unterfangen.

Bei der Gewerkschaft hofft man, dass es sich bei den aktuellen Maßnahmen um Ausnahmen handelt und dass die Airlines beginnen, kontinuierlich auszubilden - «vielleicht auch auf niedrigerem Niveau», so Herth.

Mehr zum Thema

Michael Niggemann: «Es gibt also nicht nur die eine Cockpit-Stimme im Konzern, sondern unterschiedliche Interessen, Herausforderungen und Sichtweisen.»

«Halten uns Möglichkeit offen, bei City Airlines englischsprachige Piloten einzustellen»

Ghada Mohamed Al Rossi,  Pilotin  bei Air Arabia: Sie ermutigt mehr Frauen, die Ausbildung zur Pilotin zu wagen.

Das Geheimrezept gegen Pilotenmangel

Sitz in der Business Class eines Airbus A320 von Lufthansa: Wer ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen.

Wer bei Lufthansa, Austrian, Swiss und Co. ganz vorne sitzen will, muss künftig extra zahlen

Der erste Airbus A350-1000 von Lufthansa: Soll ab Ende Oktober im regulären Einsatz stehen.

Lufthansas erster Airbus A350-1000: Konfiguration, geplanter Starttermin und erste mögliche Ziele

Video

Flughafen Pereria: Massive Schäden am Terminal.
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat im Westen Kolumbiens schwere Zerstörungen angerichtet und mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Auch der Luftverkehr ist betroffen: Sieben Flughäfen mussten ihren Betrieb einstellen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
skytraders airbus a319 antarktis 01
Ein Airbus A319 hat einen Notfallpatienten von einer Station in der Antarktis abgeholt. Die Kopilotin sagt, man sei den Grenzen der Leistungsfähigkeit des Flugzeuges nahe gekommen.
Timo Nowack
Timo Nowack
boeing 777 300 er jetairwass vt jeq
Mehr als sieben Jahre stand eine Boeing 777-300 ER der einstigen indischen Fluglinie am Flughafen Mumbai. Jetzt hat der Langstreckenjet von Jet Airways Indien verlassen - immer noch in der alten Lackierung.
Timo Nowack
Timo Nowack