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Schlechte Sicht und falsche Höhe

Warum flog der Asiana-A320 so tief?

Der in Hiroshima verunglückte Airbus A320 von Asiana flog viel zu tief, streifte eine Antenne und legte dann die Bruchlandung hin. Das erinnert an den Crash in San Francisco.

NHK

Beschädigte Antenne: Der A320 streifte sie mit seinen Rädern.

span>Akiyoshi Yamamura tat, was man als Manager in Japan, Korea und Taiwan in einem solchen Fall zwingend tun muss. Der Sicherheitschef von Asiana Airlines neigte sich mit gesenktem Haupt 45 Grad nach vorne und blieb drei Sekunden in dieser Stellung. Die Verbeugung vor versammelter Presse ist die traditionelle Art, in den Ländern der Region um Vergebung zu bitten.

Yamamura sagte am Donnerstag (16. April) zudem: «Ich entschuldige mich in aller Form bei den Passagieren, deren Familienmitgliedern und allen Betroffenen». Tags zuvor hatte ein Airbus A320 von Asiana in Hiroshima eine Bruchlandung hingelegt. Dabei wurden nach neuesten Angaben 27 Menschen leicht verletzt. Inzwischen ist auch klar, dass das Flugzeug bei schlechter Sicht viel zu tief flog. Es rammte darum eine 6,4 Meter hohe Antenne. Danach setzte der A320 viel zu früh auf und geriet außer Kontrolle. Er drehte sich um die eigene Achse und blieb auf halber Piste im Gras liegen.

Der A320 flog rund 30 Meter zu tief

Nun untersucht das Japan Transport Safety Board den Zwischenfall. Wie sich zeigt, befand sich der Asiana-Airbus rund 2 Minuten vor dem Unglück noch auf der üblichen Höhe von 900 Metern. Eine Minute danach war er noch 100 Meter über Boden. Doch danach muss etwas geschehen sein. Denn kurz vor Beginn der Piste sackte der A320 ab. Rund 325 Meter vor der Landebahn war er nur noch 6 Meter über dem Boden – und damit rund 30 Meter zu tief, wie das japanische Fernsehen NHK berichtet. Darum knallte er mit dem Fahrwerk in die Antennenanlage.

Doch warum? Am Tag des Unglücks war das Wetter schlecht. Plötzlich war Nebel aufgekommen. Der Pilot könnte also die Landebahn nicht mehr richtig gesehen haben. Er hatte den Anflug zwar mit dem Instrumentenlandesystem ILS durchgeführt. Doch auch dazu braucht er noch eine Mindestsicht. War die nicht mehr gegeben? Und warum startete er dann nicht durch? Das muss nun die Untersuchung zeigen. Sie wird auch klären, ob allenfalls ein Fallstrom den Flieger nach unten gedrückt haben könnte.

Asiana muss nun das Simulator-Training verstärken

Der Zwischenfall erinnert stark an die Bruchlandung einer Boeing 777 von Asiana in San Francisco. Auch bei Flug OZ214 im Sommer 2013 waren die Piloten im Anflug auf den Flughafen zu tief. Sie knallten deshalb mit dem Fahrwerk in eine Kaimauer und sorgten so für eine Bruchlandung mit Verletzten und zwei Toten. Südkoreas Behörden wiesen nach dem neuerlichen Vorfall Asiana darum nun an, das Simulator-Training für Piloten zu intensivieren. Auch andere Fluggesellschaften des Landes sollen ihre Angestellten besser schulen, so die Regierung.



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