«Wahre Helden»Antonov An-124 hatte wenig Zeit für Landung

Niemand wurde bei der Notlandung der Antonov An-124 von Volga-Dnepr in Novosibirsk verletzt. Erstmals äußerte sich nun auch der Pilot zum Vorfall.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Augenzeugen berichten von einem lauten Knall. «Dann flogen Teile des Triebwerks weg», erklärte ein Mann, der nahe des Flughafens Novosibirsk-Tolmachevo vor einem Lagerhaus arbeitete, als die Antonov An-124 von Volga-Dnepr am Freitag (13. November) zu Flug VI4066 Richtung Wien startete. Es sei ihm schon zuvor seltsam vorgekommen, dass das Flugzeug nur sehr langsam abhebt.

Auch der Kapitän der An-124 mit dem Kennzeichen RA-82042 berichtet vom Knall. Triebwerk Nummer zwei sei explodiert, erzählte er dem Telegram-Kanal Vaza. Daraufhin hätten Teile den Rumpf durchschlagen und Kabelstränge durchtrennt. Dadurch habe man keinen Strom mehr gehabt, keine Instrumente, keine Bremsen, keine Kommunikation, keinen Umkehrschub. Für ihn sei deshalb klar gewesen, dass er umgehend umkehren müsse, so Kapitän Yevgeni Solovyev.

Ins schneebedeckte Gras

Auf Videoaufnahmen ist denn auch zu sehen, wie die mit 84 Tonnen Autoersatzteilen beladene Antonov An-124 in geringer Höhe umdreht, eine Kurve dreht und sich in geringer Höhe auf Piste 25 ausrichtet. Dort landet sie ohne Probleme. Weil sie nicht bremsen konnte, schoss der Großfrachter aber rund 200 Meter über die Piste hinaus ins schneebedeckte Gras. Keines der 14 Besatzungsmmitglieder wurde dabei verletzt.

Dass die Piloten die über 250 Tonnen schwere An-124 so sanft landen konnten, halten Experten für eine reife Leistung. Denn sie war im Moment der Triebwerksexplosion auf geringer Höhe. Die Besatzung hatte deshalb wenig Zeit zu reagieren. Eine solche 180-Grad-Kurve auf geringer Höhe und mit verringerter Schubkraft zu fliegen, ist zudem herausfordernd. «Die Piloten machten alles richtig», erklärte Testpilot Anatoly Nikolaievich Knyshov der Zeitung Komsomolskaya Pravda. Sie seien «wahre Helden».

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen der Antonov An-124 von Volga-Dnepr und Videos des Zwischenfalls.

Mehr zum Thema

Kurz nach der Notlandung: Schäden am Rumpf (rechts).

An-124 bricht Flug nach Wien ab und überschießt Piste

ticker-russland

Russland plant milliardenschweren Ausbau seiner Flughäfen

Flughafen Kaliningrad: Gibt es bald Verbindungen nach Serbien?

Russland öffnet Kaliningrad für serbische Airlines

Tupolev Tu-324: Auferstehung geplant.

Russland baut erstmals Fabrik für eigene Businessjets

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies