«Wahre Helden»Antonov An-124 hatte wenig Zeit für Landung

Niemand wurde bei der Notlandung der Antonov An-124 von Volga-Dnepr in Novosibirsk verletzt. Erstmals äußerte sich nun auch der Pilot zum Vorfall.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Augenzeugen berichten von einem lauten Knall. «Dann flogen Teile des Triebwerks weg», erklärte ein Mann, der nahe des Flughafens Novosibirsk-Tolmachevo vor einem Lagerhaus arbeitete, als die Antonov An-124 von Volga-Dnepr am Freitag (13. November) zu Flug VI4066 Richtung Wien startete. Es sei ihm schon zuvor seltsam vorgekommen, dass das Flugzeug nur sehr langsam abhebt.

Auch der Kapitän der An-124 mit dem Kennzeichen RA-82042 berichtet vom Knall. Triebwerk Nummer zwei sei explodiert, erzählte er dem Telegram-Kanal Vaza. Daraufhin hätten Teile den Rumpf durchschlagen und Kabelstränge durchtrennt. Dadurch habe man keinen Strom mehr gehabt, keine Instrumente, keine Bremsen, keine Kommunikation, keinen Umkehrschub. Für ihn sei deshalb klar gewesen, dass er umgehend umkehren müsse, so Kapitän Yevgeni Solovyev.

Ins schneebedeckte Gras

Auf Videoaufnahmen ist denn auch zu sehen, wie die mit 84 Tonnen Autoersatzteilen beladene Antonov An-124 in geringer Höhe umdreht, eine Kurve dreht und sich in geringer Höhe auf Piste 25 ausrichtet. Dort landet sie ohne Probleme. Weil sie nicht bremsen konnte, schoss der Großfrachter aber rund 200 Meter über die Piste hinaus ins schneebedeckte Gras. Keines der 14 Besatzungsmmitglieder wurde dabei verletzt.

Dass die Piloten die über 250 Tonnen schwere An-124 so sanft landen konnten, halten Experten für eine reife Leistung. Denn sie war im Moment der Triebwerksexplosion auf geringer Höhe. Die Besatzung hatte deshalb wenig Zeit zu reagieren. Eine solche 180-Grad-Kurve auf geringer Höhe und mit verringerter Schubkraft zu fliegen, ist zudem herausfordernd. «Die Piloten machten alles richtig», erklärte Testpilot Anatoly Nikolaievich Knyshov der Zeitung Komsomolskaya Pravda. Sie seien «wahre Helden».

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen der Antonov An-124 von Volga-Dnepr und Videos des Zwischenfalls.

Mehr zum Thema

Kurz nach der Notlandung: Schäden am Rumpf (rechts).

An-124 bricht Flug nach Wien ab und überschießt Piste

Airbus A330 Siam Wings: Die Airline hat enge Verbindungen nach Russland.

Thailands neue Langstrecken-Airline hat eine brisante Vorgeschichte

Blauer Traktor am Flughafen Novosibirsk: Drei Flugzeuge mussten durchstarten.

Blauer Traktor zwingt drei Flugzeuge in Novosibirsk zum Durchstarten

Zweiter Prototyp der Yakovlev MS 21-310:  Russland will neue Gebühr zur Finanzierung.

Passagiere sollen teure Flugzeuge aus russischer Produktion bezahlen

Video

lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin