Airbus A330-300 von Garuda: Der Staat hält mehr als 60 Prozent an der Airline

IndonesienAngeschlagene Garuda will die Flotte halbieren

Die indonesische Nationalairline kämpft gegen die Insolvenz. Um die Kosten zu senken, will Garuda viele Flugzeuge ausflotten. Die Gläubiger müssen allerdings mitziehen.

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Es gibt ein Bild aus den Zehnerjahren, das zeigt, wie Garuda Indonesia sich ihre Flotte vorstellt. Auf der am Computer erstellten Visualisierung reichen die Flugzeugreihen so weit Richtung Horizont, dass man die Maschinen kaum noch zählen kann.

Tatsächlich hat die indonesische Nationalairline keine kleine Flotte. Derzeit besteht sie aus rund 140 Flugzeugen. Doch Garuda Indonesia ist durch die Corona-Krise schwer angeschlagen. Und so drang Ende Mai an die Öffentlichkeit, dass Chef Irfan Setiaputra vor Mitarbeitenden angekündigt hat, die Flotte auf rund 70 Flieger zu halbieren.

Viele Flugzeugtypen

Schon im Februar hatte Garuda einen Leasingvertrag mit Nordic Aviation Capital über zwölf Bombardier CRJ 1000 vorzeitig beendet. Am Montag (7. Juni) einigte sich die Fluglinie mit einem nicht genannten Leasinggeber über die Rückgabe von zwei Boeing 737-800.

Garuda betreibt für Regionalrouten zwölf ATR 72 sowie 18 Bombardier CRJ 1000 (inklusive der Flieger, die zu einem unbestimmten Zeitpunkt zurückgehen). Auf der Kurzstrecke setzt sie auf rund 70 Boeing 737-800. Zudem besitzt sie eine einzige 737 Max - 49 weitere georderte Exemplare will sie seit 2019 nicht mehr, allerdings stehen sie noch in Boeings Büchern.

Es droht die Insolvenz

Für längere Flüge in Asien und Ozeanien nutzt Garuda sieben Airbus A330-200, 17 A330-300 und drei A330-900. Außerdem erwartet sie von Airbus noch vier A330-800 sowie weitere neun A330-900. Für die Langstreckenflüge verfügt die Airline über zehn Boeing 777-300 ER.

Dazu, welche Flugzeuge die Flotte verlassen sollen, äußerte sich Garuda noch nicht. Der Grund für die Schrumpfung dagegen ist klar: Die indonesische Nationalairline muss dringend die Kosten drücken. Kartika Wirjoatmodjo, stellvertretender Minister für staatseigene Unternehmen, sagte bei einer parlamentarischen Anhörung vor wenigen Tagen, um einen Konkurs abzuwenden, müsse Garuda die Möglichkeit gekommen, die Zahlung ihrer Schulden auszusetzen.

Teures Leasing, unprofitable Routen

Garuda und die Regierung verhandeln laut der Zeitung Nikkei mit den Gläubigern über Aufschub und Sanierung. Die Fluglinie hat dem Ministerium zufolge umgerechnet 3,7 Milliarden Euro Schulden und verliert derzeit pro Monat weitere 82 Millionen Euro.

Die Fluglinie hat in den ersten neun Monaten 2020 einen Reinverlust von umgerechnet rund 820 Millionen Euro eingefahren, nachdem es im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 nur rund 99 Millionen Euro minus waren. Wirjoatmodjo betonte allerdings, die Krise von Garuda ginge tiefer. Das Hauptproblem seien alte Leasingverträge, «die einen angemessenen Preis überschritten haben». Zudem betreibe die Airline zu viele Flugzeugtypen und unprofitable Routen.

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