Die iranische Nationalmannschaft im Airbus A340-600 von USC: Anreise zur WM.

USC mit Airbus A340Wie die deutsche Fluglinie zum Auftrag kam, das iranische Nationalteam zur WM zu fliegen

Die Nationalmannschaft des Iran flog mit einem Airbus A340 von USC zur Fußball-Weltmeisterschaft. Klaus Dieter Martin, Chef der deutschen Fluglinie, erzählt, wie es kurzfristig zu dem Auftrag kam.

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Obwohl sich die USA und der Iran trotz Friedensverhandlungen im Krieg befinden, nimmt Irans Nationalteam an der Fußball-Weltmeisterschaft teil, die derzeit in Mexiko, Kanada und den USA stattfindet. Die Mannschaft um Kapitän Ehsan Hajsafi musste ihr WM-Quartier in Mexiko beziehen und wird zu den Vorrunden-Spielen in die USA ein- und wieder ausreisen. Diese Flüge während des Turnieres organisiert - wie auch bei allen anderen Mannschaften - der Weltfußballverband Fifa.

Angereist zum Quartier in Mexiko ist das iranische Team am 6. Juni mit einem Airbus A340-300 der deutschen Charterfluggesellschaft US3. Die Reise startete in Antalya, wo die Nationalmannschaft ein Trainingslager abgehalten hatte. Flug XG521 führte zuerst nach Santiago de Compostela in Spanien und von dort weiter nach Tijuana in Mexiko.

Auftrag kurzfristig von der Fifa - Flug mit Iran Air nicht möglich

USC-Chef Klaus Dieter Martin erzählt gegenüber aeroTELEGRAPH, wie es zu dem Auftrag kam: «Der Broker der Fifa ist zwei Tage vorher auf uns zugekommen mit der Anfrage, ob wir die iranische Nationalmannschaft von der Türkei nach Mexiko fliegen können - denn mit Iran Air, wie das offenbar ursprünglich geplant war, ist das natürlich nicht möglich.» Die staatliche Fluglinie des Mullah-Staates steht schon lange auf den Sanktionslisten der USA, wodurch auch Flughafendienstleister in anderen Ländern die Zusammenarbeit mit Iran Air verweigern.

Für USC sei wenig Zeit für die Umsetzung geblieben, sagt Martin. «Daher war es kein einfacher Auftrag, aber wir haben es geschafft.» Sanktionen hätten dem nicht im Wege gestanden. «Die iranische Nationalmannschaft ist nicht sanktioniert», so Martin. «Aber natürlich haben wir - wie bei jedem anderen Auftrag auch - einen Compliance- und Sanktionscheck gemacht, was immer auch die konkrete Passagierliste einschließt.» So wird sichergestellt, dass niemand an Bord ist, der unter Sanktionen eines anderen Landes fällt.

USC hofft auf weitere Aufträge im Rahmen der WM

Einen Auftrag für den Rückflug des iranischen Teams hat USC noch nicht. Martin zeigt sich aber zuversichtlich, dass es im Rahmen der Rückreisen verschiedener Nationalmannschaften von der WM kurzfristig noch weitere Aufträge für seine Fluggesellschaft geben wird.

Das iranische Team ist derweil am Sonntag (14. Juni) mit einem Airbus A320 von Global Crossing Airlines zum ersten Gruppenspiel gegen Neuseeland nach Los Angeles geflogen. Bei der Ankunft wurde erneut deutlich, dass die Auftritte der Mannschaft, die auch vom iranischen Regime für Propaganda genutzt werden, unterschiedliche Reaktionen hervorrufen und es viel politischen Zündstoff gibt: Während das Team bei Instagram Bilder von jubelnden Iran-Fans in Los Angeles zeigte, gab es auch Proteste gegen den iranischen Fußballverband.

Führt eine Flagge zum Spielabbruch?

Die Demonstrierenden hielten Schilder, auf denen zu lesen war: «Fifa: Expel the IRGC-Controlled Iran Football Federation» («Fifa: Schließt den vom IRGC kontrollierten iranischen Fußballverband aus». IRGC ist die Abkürzung für die Islamische Revolutionsgarde, die unter anderem in den USA, Kanada und der EU als Terrororganisation eingestuft wird. Zudem zeigten die Protestierenden die bis 1979 gültige vorrevolutionäre Flagge des Iran, die heute ein Widerstandssymbol gegen das Regime ist. Laut einem Tagesschau-Bericht drohte der Iran bereits mit Spielabbruch, für den Fall, dass die Flagge im Stadion auftauchen sollte.

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