Bei Southwest Airlines sorgen derzeit ausgerechnet ungenutzte Klappsitze für Ärger. Die Fluggesellschaft hat entschieden, freie sogenannte Jumpseats in der Kabine künftig wieder allen berechtigten Mitarbeitenden auf Reisen zugänglich zu machen. Darüber freuen sich Mechanikfachkräfte, Bodenmitarbeitende und andere Beschäftigte. Die Flugbegleitergewerkschaft hingegen ist verärgert.
Erst im März hatte Southwest die Regeln geändert und die freien Sitze ausschließlich Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern vorbehalten. Die Gewerkschaft argumentierte damals, dass sich die Jumpseats im Arbeitsbereich der Kabinencrews befänden und nur entsprechend geschulte Crewmitglieder dort sitzen sollten. Zudem seien Kabinencrews im Notfall für Evakuierungen ausgebildet. Doch die Mechanikergewerkschaft legte Beschwerde ein. Ihr Tarifvertrag schreibt vor, dass ihre Mitglieder beim Zugang zu verfügbaren Jumpseats nicht schlechtergestellt werden dürfen als andere Beschäftigtengruppen.
Southwest Airlines musste nachgeben
Southwest gab schließlich nach und hob die Beschränkung wieder auf. Künftig können alle berechtigten Mitarbeitenden die Sitze nutzen, wenn ein Flug ausgebucht ist. Allerdings führt die Airline eine jährliche Schulung ein. Wer einen Kabinen-Jumpseat nutzen möchte, muss sich künftig mit einem kurzen Computertraining zu Abläufen, Verhaltensregeln und Notfallverfahren qualifizieren.
Der Streit zeigt, wie wichtig solche Reisemöglichkeiten für Airline-Mitarbeitende sind. Gerade in den USA pendeln viele Beschäftigte per Flugzeug zu ihrem Einsatzort. Bei Southwest soll laut Gewerkschaftsangaben fast ein Drittel der Crews auf diese Weise zur Arbeit kommen.