Crewmitglied von United Airlines: Planung weiterhin ohne KI.

Gegenwind der GewerkschaftUnited Airlines stoppt KI-Pläne bei der Crewplanung

Die amerikanische Fluggesellschaft wollte Probleme bei der Dienstplanung der Crews mithilfe Künstlicher Intelligenz aus der Welt schaffen. Nach viel Gegenwind muss United Airlines den Plan nun aufgeben.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Wer bekommt welche Flüge zugeteilt? Dienstplanung des fliegenden Personals ist bei Fluggesellschaften auf aller Welt so etwas wie eine eigene Wissenschaft. Ob man die Wunschrouten bekommt, hängt dabei von vielen, oft von Airline zu Airline unterschiedlichen, Faktoren ab. Fast immer eine Rolle spielt die Seniorität, also die Frage, wie lange jemand schon bei der Fluglinie arbeitet.

United Airlines hatte vor, das System zur Crewplanung anzupassen. Die Faktoren, so die Fluggesellschaft, sollten dabei grundsätzlich dieselben bleiben. Seniorität wäre also weiter mitentscheidend. Doch neu sollte Künstliche Intelligenz helfen, Personal den Flügen zuzuteilen.

Algorithmus sollte Präferenzen in Dienstplan übersetzen

United wollte laut dem Portal PYOK ein sogenanntes Preferential Bidding System (PBS) einführen. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Crewmitglieder Präferenzen für Dienstzeiten, Routen und freie Tage angeben können. Ein Algorithmus weist anschließend unter Berücksichtigung von Dienstalter, Qualifikation und betrieblichen Erfordernissen die Schichten zu.

Ziel ist es - wie auch beim aktuellen System -, individuelle Wünsche so gut wie möglich zu erfüllen – gleichzeitig kann das System jedoch auch als intransparent oder unfair empfunden werden, wenn die genauen Entscheidungsgrundlagen nicht offengelegt werden. So können etwa Mitarbeitende mit geringem Dienstalter aktuell gut sehen, ob sie Chancen auf einen Flug haben oder nicht - und sich im Zweifel zurückziehen. Das erhöht die Planungssicherheit. Das wäre laut Gewerkschaft Association of Flight Attendants (AFA) im neuen System nicht so.

Gewerkschaft setzte sich bei United Airlines durch

Die Gewerkschaft hat Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Fairness des KI-Systems. Insbesondere kritisiert sie, dass die Möglichkeit eingeschränkt werden könnte, Dienstpläne unter Kolleginnen und Kollegen zu tauschen oder flexibel anzupassen.

Nach heftiger Kritik der Belegschaft hat United die Pläne nun aufgegeben. Dabei wollte die Airline damit bestehende Probleme lösen. In der Vergangenheit kam es nämlich zu erheblichen Verzögerungen und Kommunikationsproblemen, insbesondere, wenn es durch Wetter oder andere externe Faktoren zu betrieblichen Störungen kam. Laut dem Artikel mussten Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in einigen Fällen über 15 Stunden in der Warteschleife verbringen, um mit der Einsatzplanung Kontakt aufzunehmen.

Neue Suche nach gemeinsamer Lösung

Die Entscheidung, das KI-Projekt zu stoppen, begrüßt die AFA. Die Gewerkschaft betont die Bedeutung menschlicher Kontrolle und Transparenz bei der Dienstplanerstellung. United Airlines will nun gemeinsam mit der AFA an alternativen Lösungen arbeiten, um die Effizienz der Einsatzplanung zu verbessern.

Mehr zum Thema

ticker-united-airlines

United Airlines kehrt nach Tel Aviv zurück

ticker-united-airlines

United stellt Verbindung New York-Newark - Lima ein

ticker-united-airlines

United Airlines testet Vorbestellung von Essen ans Gate

ticker-united-airlines

United-App sucht bei Störungen automatisch nach alternativen Flügen

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack