Kleine Schritte sind offenbar nicht seine Sache. United-Airlines-Chef Scott Kirby hat in den vergangenen Monaten wiederholt deutlich gemacht, dass er bei Übernahmen nicht an einem Zukauf um jeden Preis interessiert ist. Sollte United einen Zusammenschluss eingehen, dann müsste dieser die Kräfteverhältnisse in der Branche grundlegend verändern.
Delta war nicht komplett abgeneigt
Delta soll die Idee anders als das Management von American Airlines zumindest nicht sofort verworfen haben. Die Führungsetage diskutierte den Vorstoß und nahm eine erste Prüfung eines möglichen Zusammenschlusses vor. Weiter kamen die Gespräche allerdings nicht. Beide Fluggesellschaften verfolgten das Thema anschließend nicht mehr.
Schon die Tatsache, dass Kirby bei Delta anfragte, zeigt jedoch die Größenordnung seiner Pläne. United und Delta gehören zu den wertvollsten und stärksten Fluggesellschaften der USA. Gemeinsam hätten sie ein Netz geschaffen, das im Heimatmarkt kaum einen vergleichbaren Konkurrenten gehabt hätte.
United-Chef Kirby suchte das OK von Donald Trump
Damit zeigt sich ein klares Muster. Kirby interessiert sich offenbar nicht für kleinere Übernahmen. Schon im Frühjahr hatte er erklärt, United suche keinen Deal, nur um zu wachsen. Wenn überhaupt, müsse ein Zusammenschluss die Branche grundlegend verändern.
Diese Linie zeigte sich auch bei American Airlines. Kirby brachte eine Fusion sogar gegenüber Präsident Donald Trump ins Gespräch und verteidigte sie später öffentlich. Ein gemeinsamer Konzern wäre aus seiner Sicht gut für Kundinnen und Kunden würde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Fluggesellschaften stärken.
Wenn, dann im großen Stil
Mit Delta scheiterte Kirby ebenfalls. Das überrascht kaum. Ein Zusammenschluss der beiden größten internationalen Netzwerkairlines des Landes hätte erhebliche kartellrechtliche Fragen aufgeworfen. Zusammen mit dem gescheiterten Vorstoß bei American zeigt der Fall aber vor allem eines: Sollte United wieder fusionieren, dann offenbar nur im ganz großen Stil.
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