Flugzeug von Delta Air Lines: United suchte den Zusammenschluss.

Scott Kirby sprach auch Delta anUnited sucht den Mega-Deal

Scott Kirby verfolgt eine klare Strategie. Bevor der Chef von United Airlines für eine Fusion mit American Airlines warb, lotete er bereits einen Zusammenschluss mit einer anderen großen Fluglinie aus: Delta Air Lines. Deren Management war weniger abweisend als das von American.

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Kleine Schritte sind offenbar nicht seine Sache. United-Airlines-Chef Scott Kirby hat in den vergangenen Monaten wiederholt deutlich gemacht, dass er bei Übernahmen nicht an einem Zukauf um jeden Preis interessiert ist. Sollte United einen Zusammenschluss eingehen, dann müsste dieser die Kräfteverhältnisse in der Branche grundlegend verändern.

Bislang stand dabei vor allem American Airlines im Mittelpunkt. Kirby hatte die Idee einer Fusion öffentlich verteidigt, obwohl das Management der Konkurrentin kein Interesse daran zeigte. Nun wird klar: American war nicht die einzige große US-Fluggesellschaft, bei der der United-Chef vorfühlte. Laut einem Bericht der Zeitung Wall Street Journal, den mehrere amerikanische Medien aufgreifen, kontaktierte Kirby bereits zuvor Delta-Air-Lines-Chef Ed Bastian. Sein Vorschlag: ein Zusammenschluss von United und Delta.

Delta war nicht komplett abgeneigt

Delta soll die Idee anders als das Management von American Airlines zumindest nicht sofort verworfen haben. Die Führungsetage diskutierte den Vorstoß und nahm eine erste Prüfung eines möglichen Zusammenschlusses vor. Weiter kamen die Gespräche allerdings nicht. Beide Fluggesellschaften verfolgten das Thema anschließend nicht mehr.

Schon die Tatsache, dass Kirby bei Delta anfragte, zeigt jedoch die Größenordnung seiner Pläne. United und Delta gehören zu den wertvollsten und stärksten Fluggesellschaften der USA. Gemeinsam hätten sie ein Netz geschaffen, das im Heimatmarkt kaum einen vergleichbaren Konkurrenten gehabt hätte.

United-Chef Kirby suchte das OK von Donald Trump

Damit zeigt sich ein klares Muster. Kirby interessiert sich offenbar nicht für kleinere Übernahmen. Schon im Frühjahr hatte er erklärt, United suche keinen Deal, nur um zu wachsen. Wenn überhaupt, müsse ein Zusammenschluss die Branche grundlegend verändern.

Diese Linie zeigte sich auch bei American Airlines. Kirby brachte eine Fusion sogar gegenüber Präsident Donald Trump ins Gespräch und verteidigte sie später öffentlich. Ein gemeinsamer Konzern wäre aus seiner Sicht gut für Kundinnen und Kunden würde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Fluggesellschaften stärken.

Wenn, dann im großen Stil

Doch American lehnte ab. Zwar könnten aus seiner Sicht Aktionäre, Gewerkschaften, Kundschaft und womöglich auch die Regulierungsbehörden überzeugt werden, erklärte Kirby bei der Iata-Generalversammlung in Rio. Das Management von American wolle jedoch keinen Zusammenschluss. «Vier von fünf könnten wir bekommen», sagte er damals bei einem Gespräch mit Medien.

Mit Delta scheiterte Kirby ebenfalls. Das überrascht kaum. Ein Zusammenschluss der beiden größten internationalen Netzwerkairlines des Landes hätte erhebliche kartellrechtliche Fragen aufgeworfen. Zusammen mit dem gescheiterten Vorstoß bei American zeigt der Fall aber vor allem eines: Sollte United wieder fusionieren, dann offenbar nur im ganz großen Stil.

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