Boeing 737 von Surinam Airways: Die Fluglinie kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen.

Finanzielle NotlageSurinam Airways: Aus Millionenhilfen werden Schulden

Surinam Airways erhält monatlich rund 2 Millionen Dollar vom Staat. Jetzt soll daraus ein Kredit werden, den die Airline zurückzahlen muss. Der Staat will das System auch für bereits gezahlte Gelder einführen.

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Ein Jahr bevor Suriname 1954 zusammen mit den Niederländischen Antillen zu einem gleichberechtigten, autonomen Landesteil innerhalb des Königreichs der Niederlande erhoben wurde, gründete Herman van Eyck die Kappel-Van Eyck Aviation Company. Seit der Umbenennung 1962 in Surinam Airways ist auch der Staat Anteilseigner. Das südamerikanische Land ist seit 1975 unabhängig von den Niederlanden.

Surinam Airways ist bis heute in staatlichem Besitz. Die Airline steckt seit Jahren in einer finanziellen Schieflage und wird im Wesentlichen nur durch staatliche Subventionen am Leben gehalten. Sie hat zudem seit 2020 Schulden in Höhe von 100 Millionen US-Dollar angehäuft. Im vergangenen Jahr kamen weitere Millionen hinzu, weil die Airline ihre Mitarbeiter teilweise falsch bezahlt hatte.

Darlehen statt Subvention

Genau diese staatlichen Subventionen will der Staat nun einstellen, beziehungsweise anpassen. Surinames Finanzministerin Adelien Wijnerman kündigte auf einer Pressekonferenz am 21. August an, dass die Regierung sich in Kürze mit Vertretenden der Airline zusammensetzen werde, um die Subventionen in eine Darlehensvereinbarung umzuwandeln. Wijnerman will, dass die Subventionen künftig zurückgezahlt werden müssen.

«Diese Gelder werden zwar freigegeben, aber letztendlich muss eine Einigung über die Höhe des Darlehens erzielt werden, das in einen Vertrag mit Surinam Airways aufgenommen wird», erklärte Wijnerman laut lokalen Medien. Der Staat unterstützt die Airline aktuell mit rund 2 Millionen Dollar monatlich. Das Finanzministerium will die bereits geleisteten Beiträge so weit wie möglich erfassen, um sie als Darlehen zu verbuchen und dann zurückzufordern.

Surinam Airways legte keine Jahresabschlüsse vor

Noch komplizierter wird die Situation dadurch, dass die Fluglinie keine aktuellen Jahresberichte eingereicht hat. Laut Wijnerman liegt das an der Notlage der Fluggesellschaft. Die fehlende Finanzberichterstattung erschwert der Regierung jedoch die Budgetplanung, da ihr aktuelle Finanzinformationen zu dem Staatsunternehmen fehlen. Laut Wijnerman ist die Airline damit aber kein Einzelfall: Immer wieder müsse das Finanzministerium staatliche Unternehmen zur Einreichung ihrer Jahresberichte auffordern.

Die Opposition rechnet vor, dass die Regierung in den vergangenen Jahren rund 25 bis 30 Millionen Dollar in die Airline gesteckt habe, und fordert die Regierung auf, offenzulegen, warum sie weiterhin so viel Geld in die Airline steckt.

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