Familien- und businessfreundlich: Ryanair will sein Image verbessern.

Ryanair bringt erstmals TV-Spots

Der irische Billigflieger will sein bislang mieses Image aufpolieren - mit TV-Spots, Social-Media-Kampagnen und Anzeigen.

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Ryanair will mehr sein als einfach nur billig. Mit einer großen Kampagne will die Airline nun Menschen ansprechen, die den irischen Billigflieger bislang eher gemieden haben. Den Anfang machen drei TV-Spots, die die Fluglinie nun vorgestellt hat - die ersten in der fast 30-jährigen Unternehmensgeschichte. Im Zentrum stehen dabei drei wichtige Änderungen, die Ryanair in den letzten Monaten eingeführt hat. Eine Frau trägt ihre Handtasche als zweites Handgepäck an Bord, ein Vater bucht eine Reise auf der neuen übersichtlicheren Ryanair-Webseite und eine Familie freut sich über zugewiesene Sitzplätze.

Alle Clips entstanden am Flughafen London-Stansted und werden vom 60er-Jahre-Song «Destination Anywhere» von The Marvelettes untermalt, wie Werben & Verkaufen meldet. In Deutschland, Österreich oder Schweiz wird man die neuen TV-Spots aber zunächst nicht sehen können - die Kampagne wird in Großbritannien, Irland, Italien und Spanien gesendet.

Großstadt-Flughafen statt Pampa

Passend dazu hat sich die Airline auch einen neuen Slogan verpasst: «Low Fares. Made simple». Unterstützt werden die TV-Spots auch von einer Anzeigen- und Social-Media-Kampagne. Zudem will die Airline künftig von mehreren größeren Flughäfen starten statt wie bislang hauptsächlich von Airports in der Pampa. So wird etwa der Flughafen Köln/Bonn neue Ryanair-Basis in Deutschland. Ab Oktober will Ryanair fünf neue Strecken vom Rhein aus anbieten. Zusammen mit den bisherigen strecken sind das täglich rund zwölf Flüge.

Das klingt zunächst wenig, schreibt die Wirtschaftswoche. Doch von den kleinen Zahlen sollte sich keiner täuschen lassen. Sie sind lediglich der Auftakt zu einer Rundum-Attacke, sowohl auf Germanwings und ihre Konzernmutter Lufthansa wie auf alle anderen Ryanair-Stützpunkte im Westen Deutschlands, Belgien und den Niederlanden. Entsprechend groß ist die Sorge bei den kleineren Airports, etwa in Hahn. Denn für sie ist der irische Billigflieger die wichtigste Airline.

Mehr Kundenfreundlichkeit, weniger Gebühren

Ryanair musste im vergangenen Jahr zwei Gewinnwarnungen ausgeben und krempelt deswegen den Konzern um. Mit mehr Kundenfreundlichkeit und weniger Gebühren sollen zunehmend auch Geschäftskunden und Familien angesprochen werden. Die Airline gründete deshalb unter anderem ein neues Service-Team für Beschwerden und richtete einen Twitter-Account ein.

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