Blick in die Antonov An-26: Die Reisenden wussten vorher nichts vom Flugzeugwechsel.

Antonov An-26 statt An-24Fluggäste in Russland sitzen auf einmal in Transporter statt in Passagierflugzeug

Dass eine Airline für einen Flug kurzfristig den Flugzeugtyp wechseln muss, ist nichts Ungewöhnliches. In Sibirien erlebten Reisende nun jedoch einen Flugzeugwechsel, durch den sie direkt neben ihrem festgezurrten Gepäck saßen.

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Luftfahrt

Wer häufig fliegt, oder Luftfahrt als Leidenschaft hat, weiß natürlich, mit welchem Flugzeugtyp er oder sie unterwegs ist. Andere Fluggäste wissen dagegen oft nicht, ob sie gerade in einen Airbus A320 oder in eine Boeing 737 steigen. Und wenn die Fluggesellschaft vom eigentlich eingeplanten A320 spontan umstellen muss auf einen A321, fällt das vielen erst recht nicht auf - außer vielleicht durch eine Änderung beim Sitzplatz.

In Russland hat dagegen nun ein Flugzeugwechsel stattgefunden, der an niemandem unbemerkt vorüberging. Denn eigentlich sollten die Gäste von Flug RD382 von Ir Aero Airlines mit einem Passagierflugzeug vom Typ Antonov An-24 von Irkutsk nach Mama fliegen.

«Fluggäste wurden nicht über die Änderung informiert»

Tatsächlich «wurden sie aber mit einer An-26-Frachtmaschine befördert», schreibt die ostsibirische Transportstaatsanwaltschaft. «Die Fluggäste wurden nicht über die Änderung der Beförderungsbedingungen informiert.» Man habe Beschwerden von Reisenden des Fluges vom 22. Januar erhalten und Ermittlungen zu den Fluggastrechten eingeleitet.

Die Behörde veröffentlichte zu ihrer Mitteilung zu den Ermittlungen auch ein Foto. Darauf sind Reisende zu sehen, die links und rechts auf Klappsitzen Platz genommen haben, mit Blick zum Mittelgang. Der ist gefüllt mit Gepäck, das mit Netzen gesichert ist. (Wie solch ein Flugzeug von innen aussieht, wenn es leer ist, sehen Sie hier.)

Ir Aero Airlines rechtfertigt den Einsatz von Antonov An-26

Gegenüber dem Portal Irkutsk Media äußerte sich auch Fluggesellschaft. «Um die Pünktlichkeit des Flugbetriebs zu gewährleisten und Verspätungen bei Abflug oder Ankunft zu vermeiden, behält sich die Fluggesellschaft das Recht vor, ein anderes Flugzeug einzusetzen», so Ir Aero Airlines. Dies sei regelkonform. Man habe in diesem Fall eine Antonov An-26-100 eingesetzt, die als Passagierflugzeug und als Frachter nutzbar sei.

Die An-24 ist ein Turbopropflugzeug sowjetischer Herkunft, gebaut von 1959 bis 1979. Sie kam und kommt vor allem auf kurzen Strecken in der zivilen Luftfahrt zum Einsatz, als Passagier- oder Frachtvariante. Auf ihr basiert auch die An-26, die vor allem als militärischer Transporter entwickelt wurde. Im Gegensatz zur An-24 sind bei der An-26 Kabinenboden und Fahrwerk verstärkt. Außerdem gibt es im Heck eine Laderampe.

Antonov An-26 darf in Russland nun 60 Jahre lang fliegen

Die An-26 wurde von 1969 bis 1986 gebaut. Aufgrund des Mangels an Regionalflugzeugen verlängerten die russischen Behörden im vergangenen Jahr die Betriebsdauer der An-26 von 50 auf 60 Jahre.

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