Viele männliche Piloten sind glatt rasiert. Das hat einen einfachen Grund: Sicherheit. Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) rät in ihren Richtlinien davon ab, Bärte zu tragen. Um im Notfall, etwa bei einer plötzlichen Druckabnahme in der Kabine, sofort Sauerstoffmasken aufsetzen zu können. Ein Bart könnte verhindern, dass die Maske dicht anliegt. Dann könnte Sauerstoff entweichen oder schädliche Gase eindringen, die den Piloten ausknocken. Offiziell verboten hat es die FAA allerdings nie.
Als Alaska Airlines und Hawaiian Airlines noch getrennt flogen, gingen sie mit der Bartregel für Piloten ganz unterschiedlich um: Während Alaska Airlines seine Crews zum Rasieren verpflichtete, erlaubte Hawaiian Airlines seinen Piloten, sich einen Bart wachsen zu lassen. Doch seit der Fusion der beiden Airlines im Jahr 2024 steht nun fest: Ab dem 20. April 2026 gibt es nicht nur einheitliche Uniformen, sondern auch eine klare Vorgabe: Der Bart muss weg.
Alaska Airlines verweist auf Sicherheit
Die Airline aus Seattle hat den Unmut der Kollegen von Hawaiian Airlines offenbar von vornherein einkalkuliert. Dave Mets, Vizepräsident des Flugbetriebs, schrieb in einer internen E-Mail, die dem Portal Airlinegeeks vorliegt, dass er voll und ganz verstehe, «dass dies eine Grundsatzentscheidung ist, der viele von Ihnen nicht zustimmen und vielleicht auch nie zustimmen werden». Gleichzeitig betonte er, dass die Wertschätzung für Hawaiian Airlines und die hawaiianische Kultur unverändert bleibe.
Mets verweist auf Sicherheitsaspekte und erinnert an den Alaska-Airlines-Flug 1282, bei dem sich während des Fluges ein Paneel aus dem Rumpf löste. Die Piloten mussten aufgrund der plötzlichen Dekompression ihre Sauerstoffmasken aufsetzen. Gleichzeitig gibt es neue Studien, die belegen, dass Piloten mit Bart die Maske gefahrlos tragen können, vorausgesetzt, der Bart ist maximal 1,25 cm lang. Air Canada hatte dazu eine Studie in Auftrag gegeben.