Zwei Condor-Jets in Frankfurt: Lufthansa will nicht zu diesen Konditionen als Zubringer dienen.

Zubringer-StreitLufthansa teilt gegen EU-Kommisson und Condor aus

Der EU-Kommission fehlt die rechtliche Grundlage und Condor widerspricht sich selbst - so argumentiert Lufthansa. Angesichts der ihr drohenden Rückkehr einer Zubringer-Vereinbarung teilt sie kräftig aus. Condor hält dagegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Noch hat die EU-Kommission Lufthansa nicht gezwungen, das Special Pro Rate Agreement (SPA) mit Condor zumindest vorübergehend wieder in Kraft zu setzen. Das hatte sie Mitte Januar angekündigt. Condor-Chef Peter Gerber kommentierte anschließend, dass die Kommission laut Erfahrungswerten wohl etwa vier bis sechs Wochen benötigen würde.

Das sogenannte Special Prorate Agreement ermöglichte es Condor, Fluggäste zu bestimmten Konditionen auf Lufthansa-Flügen Richtung Frankfurt zu platzieren und diese Flüge somit als Zubringer fürs eigene Langstreckenangebot zu nutzen. Lufthansa will die Vereinbarung schon lange kippen - und kündigte sie zu Weihnachten 2024.

Lufthansa teilt gegen EU-Kommission aus

Nun läuft die Zeitspanne von vier bis sechs Wochen bald ab und im aktuellen Politikbrief unterstreicht Lufthansa nochmal ihren Standpunkt. Darin heißt es, dass aus der Sicht von Lufthansa für die Maßnahmen der Kommission weder eine faktische noch eine rechtliche Grundlage bestehe. Der Konzern argumentiert, die EU-Kommission habe den Vorgang bereits zwei Mal geprüft, 2020 an das Bundeskartellamt verwiesen und im Winter 2024 dem Bundesgerichtshof (BGH) überlassen.

Der Konzern widerspricht auch der Argumentation der EU-Kommission, dass der Wettbewerb auf der Strecke Frankfurt - New York gefährdet sei, wenn Condor ohne die Lufthansa-Zubringer auskommen müsste. Lufthansa sieht den Wettbewerb nicht gefährdet, denn mit Delta Air Lines und Singapore Airlines seien zwei weitere starke Wettbewerber auf der Route unterwegs. Die Kommission hatte im Januar erklärt, dass «eine schwere und nicht wiedergutzumachende Schädigung des Wettbewerbs auf diesem Markt» drohe.

Condors neue Routen im Lufthansa-Visier

Zudem verweist Lufthansa darauf, dass Condor stets argumentiere, dass es für Condor keine Alternative zu den Zubringerflügen durch Lufthansa gebe. Condor erbringt laut Lufthansa allerdings gerade den «Gegenbeweis» mit der Aufnahme von neuen Verbindungen von Frankfurt nach Rom, Mailand, Prag und Paris und ab März zwei Mal täglich von Frankfurt nach Berlin, Hamburg und München. «Die von Condor behauptete Alternativlosigkeit der Zubringung durch Lufthansa stimmt demnach nicht», heißt es.

Lufthansa verweist darauf, dass Condor auch weiterhin – zusätzlich zu den eigenen Flügen – Zubringerflüge bei Lufthansa buchen könne. Nur eben zu den üblichen Iata-Interline-Konditionen, ebenso wie andere Airlines.

Ferienflieger setzt weiter auf Gespräche

Condor teilte auf Anfrage am Mittwoch (19. Februar) mit, die Prüfung durch die EU-Kommission nicht zu kommentieren. Dafür äußert sich der Ferienflieger aber zum Vorwurf, ein eigenes Zubringernetzwerk aufzubauen. «Condor hat einzelne City-Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europas in den Flugplan aufgenommen, die punktuell auch für Anschlussflüge genutzt werden können», so eine Sprecherin. «In Summe können diese aber die fehlende Zubringung der Lufthansa in keiner Weise kompensieren.»

Daher befinde sich die Condor weiterhin in Gesprächen mit Lufthansa, um zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen, so die Sprecherin.

Mehr zum Thema

Flugzeuge von Condor und Lufthansa (Montage): Zwist zwischen den Airlines.

Lufthansa setzt Condor eine Bedenkfrist bis Heiligabend

Flieger von Condor und Lufthansa: Doch wieder eine engere Zusammenarbeit.

EU will, dass Lufthansa Vertrag mit Condor wieder in Kraft setzt

Condor-Jet in Frankfurt: Braucht Zubringer für die Langstrecke.

Condor reagiert auf EU-Entscheidung gegen Lufthansa mit noch mehr Schub

flughafen linz

Flughäfen wie Friedrichshafen, Kassel und Linz sollen leichter Staatshilfen bekommen

Video

erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil