Fotos aus dem Crewhotel: Eher abschreckend.

Miami BeachLufthansa flieht aus Grusel-Hotel in Miami – Swiss bleibt

Nach Berichten über Schimmel, Schmutz und Sicherheitsmängel zog Lufthansa die Notbremse und verließ ihr Crewhotel in Miami Beach. Swiss hingegen hält an der Unterkunft fest – obwohl eine interne Gewerkschaftsmail von nicht eingehaltenen Mindeststandards spricht.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Zuletzt hatte die Kritik von Crews an einer Unterkunft in Miami Beach hohe Wellen geschlagen. Nun hat Lufthansa Konsequenzen gezogen. Auf Nachfrage teilt die Airline mit, ihre Hotelkommission habe bei einem Besuch festgestellt, «dass wesentliche vereinbarte Vertragskonditionen nicht eingehalten wurden». Daher finde nun «die Unterbringung der Lufthansa-Crews anderweitig statt», schreibt die Pressestelle. Damit wird aus dem bisherigen «Wir prüfen» ein faktischer Auszug – und ein deutliches Signal an den Hotelpartner.

Swiss hingegen hält am Hotel fest. Die Airline bestätigt, sie nutze das Haus «aktuell wieder seit Dezember 2025» und werde die Crewmitglieder «auch weiterhin dort unterbringen». Zudem verweist sie auf Erfahrung: Das Hotel sei «mit Unterbrechung bereits viele Jahre seit 2016» als Crewhotel ausgewählt gewesen. Auffällig ist der Kontrast zur öffentlichen Debatte: Swiss erklärt, man habe nach dem Wechsel «weniger Beschwerden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum» erhalten und zudem «mehrere positive Rückmeldungen», etwa zur Lage.

Gewerkschaft: Unterbringung aktuell nicht vertretbar

Teile des negativen Feedbacks führt Swiss «hauptsächlich auch auf hohe Auslastung und die vorhandene Kapazität» zurück – etwa längere Wartezeiten beim Check-in. Gleichzeitig betont die Fluggesellschaft, sämtliche Mängel und Vorschläge würden «bereits mit dem Hotel direkt besprochen» und man erwarte, «dass die Probleme behoben werden». Die zuständige Abteilung werde die Lage sehr genau verfolgen, Crews würden intern informiert. Der Hoteleinkauf stehe im regelmäßigen Austausch, der geforderte Standard sei «nach unserer Kenntnis» gewährleistet, so die Schweizer Lufthansa-Group-Tocher. Als Beispiel für eine Besserung nennt Swiss behobene Probleme mit der Wassertemperatur.

Deutlich kritischer klingt es bei der Kabinengewerkschaft Kapers. Eine Mail an alle Kapers-Mitglieder liegt aeroTELEGRAPH vor. Darin bedankt sich die Organisation für «zahlreiche Rückmeldungen» und schreibt, die Unterbringung sei für viele «mit erheblicher Belastung verbunden». Laut Einschätzung von Kapers sind «geltende Mindeststandards für die Crewunterbringung aktuell teilweise nicht eingehalten» – es gehe «nicht um Komfortfragen, sondern zentrale Aspekte der Sicherheit, Hygiene, Ruhe und Prozesszuverlässigkeit», heißt es. Man habe die Situation «formell auf Management-Stufe» eskaliert und bewerte eine weitere Unterbringung im Hotel «aktuell als nicht vertretbar». Damit ist auch klar: Die Hoffnung, dass der Lufthansa-Auszug die Lage substanziell ändert, hat sich nicht erfüllt.

Warum zieht Lufthansa aus, aber Swiss bleibt?

Brisant ist der Fall auch gruppenintern: Swiss betont zwar, ihre Hotelauswahl erfolge grundsätzlich eigenständig, die Standards seien jedoch «vergleichbar» mit jenen anderer Fluglinien der Lufthansa-Gruppe. Gerade deshalb wirft der Lufthansa-Auszug Fragen auf: Wenn Vertragskonditionen «wesentlich» nicht eingehalten wurden – weshalb bleibt Swiss?

Bis sich die Lage vor Ort messbar beruhigt oder die Kritik erneut eskaliert, dürfte Miami Beach damit ein Thema bleiben, das nicht nur Crews, sondern auch Management-Etagen und Sozialpartner weiter beschäftigt.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

lufthansa airbus a321 200 de

Wer bei Lufthansa eine Teilstrecke auslässt, muss jetzt ganz genau erklären, warum

ticker-lufthansa

Gewerkschaft meldet hohe Beteiligung der Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa-Streik

Boeing 787 von Austrian Airlines: Die Flotte wird wachsen.

Austrian Airlines‘ dritter Dreamliner verspätet sich

ticker-lufthansa

Lufthansa veröffentlicht Sonderflugplan für Pilotenstreik

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack