Offiziell heißt der Flughafen René Moawad. Er war 1989 für nur 17 Tage Präsident des Libanon, bevor er einem Attentat zum Opfer fiel. Der Flughafen liegt im äußersten Norden des Landes, rund sechs bis sieben Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, und wird seit 1966 von der libanesischen Armee genutzt. In den 1990er-Jahren betrieb Middle East Airlines MEA von dort aus Flüge nach Beirut und genau daran will die Regierung anknüpfen. Ziel ist die Rückkehr des zivilen Luftverkehrs nach Qlayaat.
Flughafen Qlayaat und Airline wollen im Herbst starten
In einem Ausschreibungsverfahren im Mai hat sich Sky Lounge Services als Betreiber des Flughafens Qlayaat durchgesetzt und wird ihn in den kommenden vier Jahren betreiben. Der Zeitplan ist ambitioniert. Innerhalb von 90 Tagen soll der zivile Luftverkehr starten, spätestens ist der Start für September/Oktober 2026 angepeilt. Der libanesische Staat erhält 10 Prozent des Reingewinns, mindestens jedoch 1,11 Millionen Dollar (umgerechnet 960.000 Euro) über die gesamte Laufzeit, schreibt das Portal The Beiruter.
Mit der Öffnung von Qlayaat startet mit Mada Airways auch fast gleichzeitig eine neue Fluglinie. Hinter ihr stehen die Macher von Ibex Air Charter, einem in Beirut und Kongo ansässigen Anbieter von Privatjet- und Charterflügen. Laut dem Portal Business News Lebanon sollen zu den ersten Zielen Mersin, Dubai, Athen, Jeddah und möglicherweise Zypern gehören. Noch wartet Geschäftsführer Imad Raad allerdings auf die Betriebslizenz. Die Flotte soll aus Embraer E170 und E190 bestehen.
Erste neue libanesische Airline seit 1969
Das Abkommen sicherte MEA seit 1969 ein Monopol auf die Registrierung als einzige libanesische Fluglinie. Ausländische Fluglinien waren von dieser Regelung nie betroffen und durften stets nach Beirut fliegen. Libanesische Gesellschaften hingegen konnten sich während dieser 56 Jahre nicht neu registrieren lassen. Das Abkommen war zuletzt 2012 vom libanesischen Kabinett verlängert worden.
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