Flugzeug von MEA: Vermittlung zwischen Airline und Cockpitcrews nötig.

SicherheitsüberprüfungPiloten erheben Vorwürfe gegen Middle East Airlines

Die libanesische Fluglinie sieht sich Vorwürfen aus den eigenen Cockpits ausgesetzt. Dabei geht es auch um Einsätze während militärischer Operationen. Middle East Airlines weist die Kritik von sich - und wird nun überprüft.

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Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah machen seit Jahren den Luftraum über dem Libanon zu einem heiklen Gebiet. In einer Einschätzung der europäischen Luftfahrtbehörde Easa vom 27. Mai 2016 heißt es, es bestehe «aufgrund des wiederholten Auftretens militärischer Aktivitäten, die den Luftraum des Libanon beeinträchtigen, sowie der begrenzten Maßnahmen des betreffenden Staates im Bereich des Luftraum-Risikomanagements ein hohes Risiko für zivile Luftfahrzeuge auf allen Höhen und Flugflächen innerhalb des libanesischen Luftraums». Die Easa rät davon ab, den Luftraum zu nutzen.

Derweil hat die libanesische Luftfahrtbehörde eine Sicherheitsüberprüfung bei der heimischen Middle East Airlines MEA durchgeführt, wie eine Recherche der Nachrichtenagentur Reuters zeigt. Demnach hatten Piloten zuvor gemeldet, dass es Anweisungen gebe, trotz naher Luftangriffe zu fliegen. Zudem werfen sie der Airline vor, auf Crew-Meldungen zu Sicherheitsbedenken mit disziplinarischen Maßnahmen zu reagieren.

Auswertung der Sicherheitsüberprüfung bei MEA läuft

Die Piloten wandten sich mit ihren Sicherheitsbedenken unter anderem an die Airline-Allianz Skyteam, zu der MEA gehört, sowie an den weltweiten Dachverband der Cockpitcrew-Gewerkschaften, die International Federation of Air Line Pilots' Associations, kurz Ifalpa Deren Präsident Ron Hay schrieb daraufhin Mitte Mai einen besorgten Brief an die libanesische Zentralbank, die die Mehrheit der Anteile an der Fluglinie hält.

Die Luftfahrtbehörde Lebanese Civil Aviation Authority, kurz LCAA, führte schließlich eine Sicherheitsüberprüfung bei der Airline durch. MEA teilte Reuters mit, diese Überprüfung habe vom 18. Mai bis zum 1. Juni stattgefunden. Laut LCAA läuft derzeit die Auswertung. Derweil sei man dabei, zwischen den Piloten und MEA zu vermitteln, so LCAA-Chef Mohammed Aziz.

Ifalpa besorgt über MEA-Zahlungen an Luftfahrtbehörde

MEA erklärte, sie verfüge über eine nachweislich starke Sicherheitsbilanz. Alle Flüge, die während militärischer Feindseligkeiten durchgeführt worden seien, hätten auf Risikobewertungen in Abstimmung mit der LCAA basiert. Auch die Vorwürfe von Disziplinarmaßnahmen weist die Fluglinie als unbegründet zurück. Schulungsanweisungen, um die es dabei auch ging, seien im Einklang mit den behördlichen Vorschriften erfolgt und dürften «nicht als Disziplinar- oder Vergeltungsmaßnahmen missverstanden werden».

Die Ifalpa zeigt sich zudem besorgt, dass MEA Zahlungen an Mitarbeitende der LCAA geleistet habe. «Wenn die Aufsicht über Ihre Fluggesellschaft (teilweise) von Ihrer eigenen Fluggesellschaft bezahlt wird, möchte man sich wohl kaum kritisch äußern, oder?», so Hay.

Middle East Airlines weist Vorwürfe von sich

Die MEA erwiderte, sie habe in Abstimmung mit der libanesischen Regierung finanzielle Unterstützung geleistet, um die Funktionsfähigkeit der Luftverkehrsinfrastruktur des Landes nach Finanzkrise und Währungskollaps sicherzustellen. Das habe die Unabhängigkeit und Autorität der LCAA nicht beeinträchtigt, zudem hätten weder die Prüfer noch die Führungskräfte der Behörde - einschließlich Aziz - Zahlungen erhalten.

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