In Israels Luftfahrt könnte es zu einer Übernahme mit religiöser Signalwirkung kommen. Sollte der Verkauf von Arkia an einen ultraorthodoxen Investor tatsächlich zustande kommen, würde eine weitere israelische Fluggesellschaft nicht mehr am Sabbat fliegen.
Laut einem Bericht des ultraorthodoxen Nachrichtenportals Kikar HaShabbat führt der New Yorker Immobilienunternehmer Rabbi Ezra Unger Gespräche über den Kauf der Airline. Der 36-Jährige stammt aus der chassidischen und damit einer ultraorthodoxen Gemeinschaft und hat sich in den vergangenen Jahren mit Immobiliengeschäften einen Namen gemacht.
Auch Israir wegen Sabbat-Flügen unter Druck
Nach Angaben aus seinem Umfeld ist es bei Arkia aber nicht wirtschaftliches Interesse, das Unger antreibt. Vielmehr wolle er den Flugbetrieb am Sabbat beenden und Arkia zu einer Fluggesellschaft machen, die den jüdischen Ruhetag konsequent einhält.
El Al fliegt schon seit Jahrzehnten nicht mehr am Sabbat. Bei Arkia, Israir und der kleineren Air Haifa ist das aber anders. Wie die Zeitung Jerusalem Post im Mai berichtete, steht auch Israir daher unter Druck von ultraorthodoxer Seite. Sollte Unger Arkia übernehmen und seine Pläne umsetzen, wäre das auch generell ein starkes Signal in dieser Debatte.
Arkia bald zweitgrößte Airline mit ultraorthodoxem Eigentümer?
Sollte der Verkauf zustande kommen, wäre Arkia zudem nach Challenge Airlines die zweitgrößte Airline weltweit mit einem Eigentümer aus der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft. Noch ist aber nichts entschieden. Angaben zu einem Kaufpreis oder zum Stand der Verhandlungen sind nicht bekannt. Arkia wollte den Bericht nicht kommentieren.
Sabbat ist im Judentum der siebte Wochentag, ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am Samstag.