Airbus A330 Neo und ein Blick auf das Stripes-Papier: Condor arbeitet am Vielfliegerprogramm.

StripesInterne Dokumente verraten Details zu Condors geplantem Treueprogramm

Aktuell kann der Ferien- und Städteflieger im Konkurrenzkampf mit der Lufthansa-Gruppe nicht mit einem eigenen Treueprogramm punkten. Ein Papier gibt Einblick in die Gedanken, die sich Condor zu einem Vielfliegerprogramm namens Stripes macht. Umsetzung ungewiss.

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«Ein Bonusprogramm wäre für unsere Kundinnen und Kunden sicher attraktiv» - das war Condors Aussage im Januar 2025 zur Frage von aeroTELEGRAPH. Eine Woche später wurde bekannt, dass die deutsche Fluggesellschaft einen EU-weiten Markenschutz für den Begriff Stripes beantragt hat - und zwar konkret auch für «Kundenbindungs-, Anreiz- und Treueprogramme».

Anfang 2026 konnte Condor-Chef Peter Gerber im Interview noch keine konkreten Fortschritte verkünden. «Wir nehmen das Feedback unserer Gäste diesbezüglich sehr ernst», sagte er, und «machen uns dazu auch eingehend Gedanken».

Condor-Teilnahmebedingungen für Stripes-Programm

Doch nun, im Juni 2026, hat das Portal Travel Dealz ein Papier gefunden, das den Titel trägt: «Teilnahmebedingungen ‹Stripes - Vielfliegerprogramm der Condor Flugdienst GmbH». Stand dieses Papiers: 4. März 2026. Dass es nicht mehr komplett aktuell ist, zeigt schon der erste Punkt, in dem es auch um eine «Sonderaktion zur Einführung (04. März 2026 bis 30. Juni 2026)» geht. Einführung und Sonderaktion hat es bis heute nicht gegeben.

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH erklärt ein Condor-Sprecher: «Im Rahmen der Prüfung verschiedener Vielfliegerkonzepte wird auch ein mögliches Loyalty Programm unter dem Namen Stripes betrachtet.» Daher würden testweise auch Teilnahmebedingungen erstellt. «Die zeitweilig online auffindbaren Teilnahmebedingungen sind Teil dieser Konzeptprüfung und bedeuten derzeit noch keine Einführung.»

Sonderaktion für schnellen Silber- und Goldstatus bei Condor

Laut Informationen von aeroTELEGRAPH steht die Einführung eines Vielfliegerprogrammes tatsächlich nicht unmittelbar bevor. Auch ist ungewiss, ob es überhaupt je kommt. Dennoch ist es interessant, welche Gedanken sich die Fluggesellschaft zu dem Programm macht, das sie braucht, um mit ihrem Citystrecken-Netz konkurrenzfähiger gegenüber der Lufthansa-Gruppe zu werden.

So sah die Sonderaktion etwa vor, dass in diesen knapp vier Monaten fünf qualifizierende Flüge ausreichen, um ab dem 1. Juli Silber-Status zu erreichen. Zehn oder mehr Flüge, mindestens zwei davon in der Business Class, sollten den Gold-Status ermöglichen.

Spätestens 48 Stunden vor Abflug mit Condor

Zu den unterschiedlichen Status-Vorteilen, den Details zu Qualifikationskriterien und -zeiträumen abseits der Sonderaktion sowie zur zeitlichen Dauer eines Vielfliegerstatus' gibt es in dem neunseitigen Papier keine Informationen, da dazu ein Link eingefügt ist, der derzeit nicht funktioniert. Einige Erklärungen gibt es dennoch.

So heißt es etwa: «Für die Zählung von Flugbewegungen sowie für die Gewährung von Status-Vorteilen muss die Servicekartennummer bis spätestens 48 Stunden vor Abflug im Buchungssystem hinterlegt werden.» Außerdem werden qualifizierende Flüge definiert. Dabei handelt es sind ausschließlich um Flüge, «die von Condor selbst durchgeführt werden und eine DE-Flugnummer im Bereich DE0001 bis DE2999 oder DE4000 bis DE4499 tragen».

Keine Punkte für Flüge mit Condor-Schwester Marabu

Nicht als qualifizierende Flüge gelten würden dagegen Codeshare-Flüge, Vollcharterflüge (Flugnummernkreis DE3000 bis DE3999), Sonderflüge (DE8000 bis DE9999) sowie die Zu- und Abbringerflüge, die Condor nicht selbst durchführt. Damit könnten Mitglieder des Programmes auch bei der Schwester Marabu Airlines keine Punkte sammeln.

Die Nutzung von Statusvorteilen von Stripes in Kombination mit Leistungen anderer interner oder externer Vielflieger-, Bonus- oder Vorteilskartenprogramme schließt das Papier aus. Das betrifft beispielsweise die Vorteilskarten Condor Cards (Activity und Family).

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