Klaus-Michael Kühne: Er ist mit seiner Kühne Holding größter Aktionär von Lufthansa.

Streikwelle im KonzernGrößter Aktionär von Lufthansa maßregelt Gewerkschaften wegen Streik

Mitten in der Streikwelle bei Lufthansa greift der größte Aktionär ein: Der Verwaltungsratspräsident der Kühne Holding wirft den Gewerkschaften Missbrauch des Streikrechts vor.

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Mitten in eine ohnehin angespannte Streikwoche bei Lufthansa mischt sich nun auch eine gewichtige Stimme ein. Der Verwaltungsratspräsident der Kühne Holding, Karl Gernandt, hat sich in einem offenen Brief direkt an die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Unabhängige Flugbegleiter Organisation gewandt. Das Unternehmen gehört Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist mit rund 20 Prozent der größte Anteilseigner der Lufthansa Group.

Verwaltungsratspräsident Gernandt zeigt sich «mit größtem Unverständnis und Besorgnis» über die aktuellen Arbeitskämpfe. Er wirft den Gewerkschaften vor, das Streikrecht «unverhältnismäßig» einzusetzen und damit Hunderttausende Passagiere sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland zu belasten. Die Streiks träfen eine «kritische Infrastruktur» und bewusst auch Unbeteiligte. Dass sich nicht alle Beschäftigten beteiligt hätten, wertet er ausdrücklich als Zeichen von Verantwortungsbewusstsein.

Lufthansa feiert am Mittwoch ihr 100-jähriges Jubiläum

Am vergangenen Freitag hatte die Kabinengewerkschaft gestreikt, aktuell dtreiken Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa und Eurowings, und bereits am Mittwoch und Donnerstag tritt erneut das Kabinenpersonal von Lufthansa und Lufthansa Cityline in den Ausstand. Parallel dazu stehen die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft an - mit hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft. Die Gewerkschaft plant währenddessen eine Kundgebung.

Gernandt sieht durch die Streiks nicht nur den laufenden Betrieb, sondern auch die Zukunft des Konzerns gefährdet. Die Lufthansa habe eine «zukunftsgerichtete und vielversprechende Strategie», in die Investoren bewusst Kapital eingebracht hätten. Der aktuelle Arbeitskampf stelle dagegen ein Risiko für mehr als 100.000 Beschäftigte dar. Das Streikrecht sei zwar legitim, werde in dieser Situation aber «missbräuchlich» eingesetzt, um Partikularinteressen mit maximaler öffentlicher Wirkung durchzusetzen.

Konflikt der Gewerkschaft mit Lufthansa geht über Tarifstreit hinaus

Am Ende fordert der Investor ein Ende der Streiks und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Der Appell richtet sich klar an die Gewerkschaften. Doch er zeigt auch, wie stark der Druck inzwischen geworden ist. Denn der Konflikt bei Lufthansa ist längst mehr als ein Tarifstreit.

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