Die belgische Gewerkschaft ACV wirft Brussels Airlines vor, Crews zum Einsatz auf Flügen nach Tel Aviv zu verpflichten. «Beim Personal bestehen erhebliche Bedenken sowohl hinsichtlich der körperlichen Sicherheit als auch hinsichtlich der psychischen und ethischen Auswirkungen dieser Flüge», so die Gewerkschaft in einer Mitteilung. «Dennoch weigert sich Brussels Airlines, Beschäftigten die Möglichkeit zu geben, solche Einsätze abzulehnen.»
Nach Ansicht von ACV Puls stehe der verpflichtende Einsatz unter den derzeitigen Umständen im Widerspruch zur Verantwortung des Arbeitgebers, sein Personal vor Sicherheits- und Gesundheitsrisiken zu schützen. Man teile nicht die Einschätzung, dass die Lage ausreichend sicher sei. «Bei einer früheren Wiederaufnahme schlug eine Rakete auf dem Gelände des Flughafens Ben Gurion ein, kurz vor dem geplanten Abflug eines Fluges.»
«Nicht so tun, als sei Tel Aviv ein gewöhnliches Arbeitsziel»
Weiter argumentiert ACV Plus: «Wenn das Außenministerium von nicht notwendigen Reisen abrät, kann Brussels Airlines nicht so tun, als sei Tel Aviv ein gewöhnliches Arbeitsziel.» 2025 habe Brussels in dieser Situation zumindest auf Freiwilligkeit gesetzt und Prämien bezahlt. Nun habe die Lufthansa-Tochter nicht genug Freiwillige gefunden. Seit Dienstag (1. September) gilt daher eine Streikankündigung der Gewerkschaft für Tel-Aviv-Flüge.
Wie Flugverfolgungsdienste zeigen, hat Brussels im August schon vier Umläufe zwischen Brüssel und Tel Aviv durchgeführt - zum ersten Mal seit Februar. Ab September soll die Strecke nun wieder regelmäßiger bedient werden. Gegenüber dem Portal Brussels Times erklärte die Fluglinie, man habe die Tel-Aviv-Flüge im Sommer wieder aufgenommen.
Brussels spricht von Rückkehr zum Standardverfahren
«In den ersten Wochen wurden diese Flüge von Freiwilligen durchgeführt», so Brussels. «Nachdem die Flüge nun erfolgreich wieder aufgenommen wurden, können wir zum Standardverfahren bei der Dienstplanung zurückkehren.» Sicherheit habe dabei oberste Priorität. «Gemeinsam mit den anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe werden wir die Lage vor Ort weiterhin genau beobachten und unsere Verfahren bei Bedarf jederzeit anpassen.»