Flugzeug: Die Branche ist international - und auch auf diese Internationalität angewiesen.

Airline-Verband IataFünf zentrale Risiken für die Luftfahrt 2026

Der Airline-Dachverband präsentiert Herausforderungen und Risiken für seine Mitglieder im Jahr 2026. Wenig begeistert zeigt sich die Iata dabei unter anderem von Künstlicher Intelligenz.

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Luftfahrt ist international, interkontinental, global. So sind auch die Risiken, die ihr drohen, oft von großem Maßstab. Im vergangenen Jahr 2025 gehörten drohende US-Zölle und entsprechende Gegenzölle zu den wirtschaftlichen Risiken für die Branche. Nun hat der Airline-Dachverband Iata fünf zentrale Risiken für das frisch gestartete Jahr 2026 aufgelistet:

1. Politische Fragmentierung und nationale Alleingänge

Die Iata warnt davor, dass «Ich zuerst»-Politik gemacht wird, «ohne die Auswirkungen auf globale Netzwerke – seien es Lieferketten oder einzelne Branchen wie die Luftfahrt – ausreichend zu berücksichtigen». Der Verband kritisiert: «Internationale Institutionen werden zunehmend umgangen, wodurch die 80-jährige globale Harmonisierung durch die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (Icao) gefährdet wird.» Die Iata nennt die US-Regierung und Präsident Donald Trump nicht, spricht aber ganz klar auch über sie an dieser Stelle. Zudem gebe es konkurrierende Konzepte zum Umgang mit CO₂-Emissionen sowie unterschiedliche Steuerpolitik und dadurch gravierende Wettbewerbsverzerrungen.

2. Störungen der Lieferketten und Flugzeuglieferungen

Weltweit warten Fluggesellschaften auf verspätete Flugzeuglieferungen. «Obwohl sich die Lage allmählich verbessert, wird erwartet, dass sich die Diskrepanz zwischen dem Bedarf der Fluggesellschaften und der Produktion erst zwischen 2031 und 2034 auflöst», prognostiziert die Iata. «Dies bremst das Wachstum der Branche, sichert aber gleichzeitig die Erträge, da die Auslastung der Flugzeuge Rekordwerte erreicht», so der Verband. Derweil würden die Fortschritte bei der Verbesserung der Treibstoffeffizienz der globalen Flotte verlangsamt.

3. Klimabedingte Störungen und Migration

«Störungen wie extreme Wetterereignisse und Rohstoffpreisschwankungen können Landwirtschaft, Infrastruktur, Welthandel und Investitionsströme beeinträchtigen», so die Iata. Fluggesellschaften bräuchten aber stabile politische Rahmenbedingungen und eine verlässliche Finanzierung, gerade auch, um die Klimaneutralität bis 2050 zu schaffen.

Der Verband zählt zu den verbundenen Risiken aber auch zunehmende Unsicherheit in der Nahrungsmittel- und Wasserversorgung und in der Folge verstärkte Migration. «Dabei ist die Welt gegenüber Einwanderung feindseliger geworden.» Entscheidungen von Staaten, Migranten aufzunehmen oder nicht, würden auch Auswirkungen auf den Flugverkehr haben.

4. Cyberbedrohungen und Künstliche Intelligenz

Cyberbedrohungen nehmen sowohl an Häufigkeit als auch an Bedeutung zu, warnt die Iata. «Wir beobachten zudem eine Konvergenz von Risiken und Schwachstellen: Künstliche Intelligenz (KI) erweitert die Fähigkeiten von Angreifern, geopolitische Instabilität bietet einen idealen Nährboden, und die digitale Abhängigkeit setzt Lieferketten und Organisationen größeren Risiken aus.» Die Luftfahrt sei durch ihre Vernetzung besonders gefährdet.

Auch hier sieht der Verband zudem indirekte Effekte: «KI birgt zusätzliche Risiken wie Fehlinformationen, Verlust der Privatsphäre und Vertrauensverlust, zusätzlich zu den Risiken, die wirtschaftliche Störungen, Arbeitsplatzverluste und größere Ungleichheit verursachen können.» Nachweise, dass KI im Gegenzug substanzielle Gewinne und eine gesteigerte Produktivität bringe, seien rar und könnten sich erst nach Jahren zeigen.

5. Makroökonomischer Ausblick und Dollar-Abwertung

Die Iata betont die Rolle des US-Dollars für die Weltwirtschaft, erwartet aber eine Abwertung - und das nicht nur langfristig. «Angesichts der schwachen US-Konjunktur, anhaltender Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite sowie potenziell größerer Vorbehalte gegenüber den Bewertungen des US-Aktienmarktes erscheint eine weitere Abwertung des US-Dollars im Jahr 2026 am wahrscheinlichsten», prognostiziert der Verband. Dabei sei zu bedenken, dass im Luftverkehr rund 50 Prozent der Kosten in Dollar abgerechnet würden.

Zudem würde der Ölmarkt sich wandeln durch Elektrifizierung und Flüssigerdgas im Straßenverkehr sowie geopolitische Entwicklungen. «Das Angebot steigt, während die Nachfrage sinkt, was zu einem Lageraufbau und sinkenden Preisen führt – wiederum positive Nachrichten für Fluggesellschaften», so die Iata. Das Risiko einer schweren Abschwächung der Konjunktur 2026 erscheine zwar begrenzt. «Dennoch ist das Umfeld nicht besonders wachstumsfreundlich, und ein beschleunigtes globales BIP-Wachstum ist unwahrscheinlich.»

Der Airline-Dachverband zeigt in einer Grafik noch weitere Risiken. Die Rechtsachse zeigt die Wahrscheinlichkeit an, die Hochachse die Schwere negativer Auswirkungen:

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