Kritik der RegierungEtihads «großer Fehler» bei Alitalia

Die Insolvenzverwalter wollen in den kommenden zwei Wochen potenzielle Interessenten für eine Übernahme von Alitalia finden. Derweil kritisiert die Regierung das Ex-Management und den Großaktionär scharf.

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Luigi Gubitosi hat seinen ersten Arbeitstag hinter sich. Am Mittwoch (3. Mai) hat der 56-jährige Neapolitaner seinen Job als Insolvenzverwalter von Alitalia übernommen. Der studierte Jurist, Ex-Fiat-Manager, Ex-Fernseh-Chef und Ex-Investmentbanker traf am Morgen die Manager der italienischen Nationalairline und lernte am Nachmittag den Hauptsitz in Rom Fiumicino kennen. Er schüttelte viele Hände und hörte viel zu.

So erhielt Gubitosi ein erstes Bild über die Situation bei Alitalia. Ihm stehen zwei Kollegen als Insolvenzverwalter zur Seite. In den Händen des Trios liegt nun das Schicksal von Alitalia. Die Ausgangslage ist wenig erbaulich. Die Fluggesellschaft habe die Kosten von Lufthansa und die Einnahmen von Ryanair, umschrieb Wirtschaftsminister Carlo Calenda das Problem.

Führung aus Abu Dhabi als «Fehler»

Das Kabinettsmitglied kritisierte das frühere Management scharf. Es habe sich nicht nur im Geschäftsmodell getäuscht und zuwenig in die Langstrecke investiert, sondern auch «etwas arrogant» gehandelt, erklärte Calenda. Die Manager hätten die Gefahr des Neins in der Abstimmung der Gewerkschaften verkannt. Auch Großaktionärin Etihad Airways wirft Calenda Versäumnisse vor. Es habe sich als «großer Fehler» erwiesen, die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi führen zu wollen. Gleichzeitig betonte er aber, dass ohne das Geld von Etihad das Aus viel früher gekommen wäre.

Alitalia hat zum kurzfristigen Überleben einen Kredit von 600 Millionen Euro von der Regierung erhalten. Ohne diesen wäre die Fluggesellschaft Mitte Mai das Geld ausgegangen, wie italienische Medien unter Bezug auf Kenner der Verhältnisse berichten. Sie verliert momentan rund eine Million Euro pro Tag. Das Darlehen läuft sechs Monate. Mehr Zeit bleibt auch nicht. In dieser Zeit müssen die drei Insolvenzverwalter eine Lösung für Alitalia gefunden haben.

Acht Milliarden und Basta

Königsweg ist für die Regierung der Verkauf von Alitalia an einen neuen Eigentümer. In den kommenden zwei Wochen sollen sich Interessenten melden. Gelingt ein Gesamtverkauf nicht, könnte das Unternehmen zerstückelt werden. Dies soll verhindert werden.

Mehr Geld aus der Staatskasse gibt es definitiv nicht mehr. Zusammen mit dem neuesten Kredit habe das Volk die Fluglinie bereits mit acht Milliarden Euro gestützt, so Calenda. Das sei genug. Basta.

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