Boeing 777 von Emirates: Wie lange fliegt die Airline noch nach Algier?

Luftverkehrsabkommen gekündigtAlgerien will Emirates aus dem Land verbannen

Zwischen Algerien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verschärfen sich die Spannungen – mit direkten Folgen für den Flugverkehr. Algier hat das Ende des bilateralen Luftverkehrsabkommens eingeleitet. Das trifft Emirates - aber auch Air Algérie.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Zwischen Algier und Abu Dhabi herrscht dicke Luft. Als wichtiger Bruchpunkt gilt die Regionalpolitik nach den Abraham-Abkommen aus dem Jahr 2020: Die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko haben damals ihre Beziehungen zu Israel normalisiert. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune taxiert das als Abkehr von der traditionellen arabischen Linie und sagt, man wolle sein Land regional isolieren – vor allem seit Algerien und Marokko ihre Beziehungen 2021 abbrachen.

Besonders heikel sei aus algerischer Sicht der Sahel: Algerien teilt mit Mali eine rund 1400 Kilometer lange Grenze und wirft Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, dort gegen seine Interessen zu agieren. Ein weiteres Reizthema ist die Westsahara. Als die Emirate im Oktober 2020 in Laayoune ein Konsulat eröffneten, wertete Algerien das als Provokation und als Rückendeckung für Marokkos Souveränitätsanspruch – im Gegensatz zu Algeriens Unterstützung für die Befreiungsfront Polisario.

Luftverkehrsabkommen war 2014 ratifiziert worden

Diese und viele weitere kleine Verwerfungen haben nun Folgen. Algerien hat das Verfahren zur Beendigung des bilateralen Luftverkehrsabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeleitet. Damit gerät die rechtliche Grundlage für die bestehenden Flugverbindungen ins Wanken. Zieht Algerien die Pläne durch, muss Emirates ihre Flüge einstellen.

Das Abkommen war 2013 in Abu Dhabi unterzeichnet und 2014 ratifiziert worden. Es regelt die kommerziellen Verkehrsrechte zwischen den beiden Staaten. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS erfolgt die Kündigung auf Basis von Artikel 22. Algerien hat die Emirate formell auf diplomatischem Weg informiert und zusätzlich den Generalsekretär der International Civil Aviation Organization Icao eingeschaltet, um die vorgesehenen Verfahren einzuleiten.

Emirates will vorerst weiter nach Algerien fliegen

Offiziell nennt die algerische Regierung keine Gründe für den Schritt. Aus den Emiraten kam aber bereits eine erste Reaktion. Die General Civil Aviation Authority erklärte, die Mitteilung entspreche den im Abkommen vorgesehenen rechtlichen Mechanismen. Es bleibe während der Kündigungsfrist in Kraft, der Flugbetrieb werde unverändert fortgesetzt. Man stehe mit allen relevanten Stellen in Kontakt.

Derzeit bestehen tägliche Verbindungen zwischen beiden Ländern. Emirates verbindet Algier mit Dubai, ebenso bietet Air Algérie eine tägliche Verbindung an. Die Golfairline kündigte an, sämtliche behördlichen Vorgaben zu befolgen und Passagiere sowie Partner rechtzeitig über mögliche Änderungen zu informieren. Als letzter geplanter Flug ab Algier ist der 3. Februar 2027 vorgesehen, sollte es bis dahin keine neue Vereinbarung geben.

Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Emirates prüft offenbar neue Strecke: Mailand - Lima

ticker-emirates

Emirates kurbelt Nachfrage an - unbegrenzt kostenlose Umbuchungen für Dubai-Flüge

ticker-emirates

Emirates bleibt bis 2033 Hauptsponsor des FC Arsenal

Foto der Boeing 777X aus dem Mai 2020: Ist eine Modernisierung der D-ABTA möglich und sinnvoll?

Auch Lufthansa will veraltete Boeing 777X nicht akzeptieren

Video

vietnam airlines vn34 fuel dump load sheet 01
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abheben des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die stehen gebliebene Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.
Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.
Timo Nowack
Timo Nowack
Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.
Insgesamt sollen es rund 100 sein: Im Iran wurden laut Angaben des Landes weit mehr zivile Flugzeuge durch Angriffe der USA oder Israels zerstört oder beschädigt, als bisher bekannt war. Für das Land ist das ein riesiges Problem.
Timo Nowack
Timo Nowack