Condor hat die Modernisierung ihrer Langstreckenflotte abgeschlossen, baut nun die Kurz- und Mittelstreckenflotte um und erweitert ihr Netz an Städtestrecken, um eigene Zubringerflüge zu bekommen. Aber zahlt sich das auch aus? Darüber hat die nicht börsennotierte Fluglinie am Donnerstag (9. April) informiert.
Condor konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 (bis Ende September) um fast 11 Prozent auf 2,35 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg sogar um mehr als 25 Prozent auf 151 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich dagegen um fast 14 Prozent auf minus 110 Millionen Euro.
Condor will erstmals zweistellige Millionen-Zahl bei Fluggästen
Da würde allerdings eine schwarze Null stehen, wenn man zwei Effekte herausrechnen würde, erklärte Finanzchef Björn Walther: berücksichtigte Zinsen für Darlehen von Eigentümer Attestor sowie die Rechnungslegungsvorschriften in Bezug auf Leasingverbindlichkeiten für die relativ junge Flotte von Condor.
Die Zahl der Flüge steigerte die Fluggesellschaft um 22 Prozent auf 51.000, die Anzahl der angebotenen Sitzkilometer (ASK) klettert um 16 Prozent auf rund 41 Millionen. Die Passagierzahlen konnte Condor um 13 Prozent steigern von 8,5 auf 9,6 Millionen Reisende. Im laufenden Geschäftsjahr 2026/26 erwartet die Fluglinie, dass «wir erstmals eine zweistellige Anzahl an Gästen transportieren werden», sagte Finanzchef Walther.
Condor will erstmals zweistellige Millionen-Zahl bei Fluggästen
Trotz der aktuell schwierigen Situation für die Luftfahrt durch den Iran-Krieg und den hohen Kerosinpreis erwägt Condor nicht wie Lufthansa Group, Flugzeuge am Boden zu lassen, wie Vorstandsvorsitzender Peter Gerber sagte. Aber natürlich nehme man Anpassungen bei den Routen vor. «Die Kapazität auf der Langstrecke, die wir nicht nach Abu Dhabi fliegen, werden wir eher in Richtung Westen, also Nordamerika und Karibik, einsetzen», sagte Gerber.
Fürs laufende Geschäftsjahr ist Condor optimistisch. «Wir rechnen absolut mit einem Wachstum auf Umsatz- und Passagierseite», so Finanzchef Walther. Per Ende März, also zum Ende des ersten Halbjahres, habe man bei den Passagierzahlen acht Prozent zugelegt.
Condor hat großen Teil des Staatskredits zurückgezahlt
Die Fluglinie hat inzwischen auch vorzeitig ihren Teil des staatlichen Kredits der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW in Höhe von 175 Millionen Euro zurückgezahlt - die sogenannte Senior Tranche. Es gibt daneben allerdings noch eine Junior-Tranche, die ist laut Geber aber «im Zweifel von Attestor zu bedienen, nicht von der Condor».
Das ergebe sich aber über einen Mechanismus, der am 30. September 2026 greife. «Dann wird nämlich der Wert der Condor evaluiert», so Gerber. Das sei mit einem komplizierten Verfahren verbunden, das man nicht offenlegen werde. Danach könnten die restlichen 49 Prozent der Condor-Anteile an Attestor übergehen.
Finanzchef Björn Walther wird Condor noch 2026 verlassen
In all solchen Fragen wird Condor aber spätestens 2027 ohne den aktuellen Finanzchef auskommen müssen. Björn Walther kündigte an, sich aus persönlichen, familiären Gründen im Laufe des laufenden Kalenderjahres zurückzuziehen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.
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