Flieger von Arkia im Anflug auf Tel Aviv Sde-Dov: Starke Konkurrenz.

«Aus drei Airlines werden zwei»

Das Open-Sky-Abkommen mit der EU bringt Arkia, El Al und Israir in Probleme. Ein Experte sagt, was in Israel passieren könnte.

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strong>Der israelische Transportminister wehrte sich lange gegen das Open-Sky-Abkommen mit der EU. Warum gab er am Ende seinen Widerstand auf?

Mark Feldman*: Ich denke, er sah ein, dass die Vorteile für die Verbraucher die Nachteile für die nationalen Fluggesellschaften überkompensieren. Als sich die EU dann auch noch bereit zeigte, das Abkommen schrittweise über fünf Jahre in Kraft zu setzen, musste er seinen Widerstand aufgeben.

Die nationalen Fluglinien El Al, Israir and Arkia haben Angst vor der neuen Konkurrenz. Haben sie denn nicht einen riesigen Vorteil, weil sie israelisch sind?

Feldman: Nein, sie haben einen riesigen Nachteil. In Israel gibt es nur drei Fluggesellschaften mit gerade Mal rund dreißig Flugzeugen für Kurz- und Mittelstrecken. In der Europäischen Union gibt es dagegen mehr als dreißig Airlines mit Hunderten von Fliegern. Air France könnte beispielsweise von diversen französischen Städten aus nach Israel fliegen - im Wissen, dass keine israelische Airline ihr die Stirn mit Gegenangeboten bieten könnte.

Die Regierung überlegt sich wegen der neuen Konkurrenz offenbar gar, El Al wieder zu verstaatlichen. Geht es denn der Nationalairline so schlecht?

Feldman: El Al steckt in großen Schwierigkeiten. Es gibt weltweit drei Luftfahrt-Allianzen - Star Alliance mit Lufthansa, Skyteam mit Air France/KLM und Oneworld um British Airways. Alle drei wollen El Al nicht aufnehmen. Das ist im Vertrieb und Marketing ein großer Nachteil. In El Als rentabelstem Markt Nordamerika wollen die großen Fluglinien wie United oder US Airways zudem nicht mehr mit El Al zusammenarbeiten. Das ist aber nicht alles. El Al gilt allgemein als sicherste Airline der Welt, was Terroranschläge anbetrifft. Das kostet sehr viel Geld. Der israelische Staat übernimmt nur wenig dieser Ausgaben. Auf der anderen Seite verbietet die Regierung El Al einen Stellenabbau, obwohl das Unternehmen privatisiert wurde. Das verschlimmert die Situation. El Al geht es wirklich schlecht.

Vor allem junge Israelis beklagen sich aber über El Al und andere lokale Anbieter.

Feldman: Dabei geht es meist um den Preis. Die Servicequalität wurde in den letzten Jahren massiv verbessert. Geschäftsreisende beklagen sich aber über die veraltete Flotte. Auf keinem einzigen Flieger gibt es Betten, in denen man flach liegen kann. Das ist im Kampf um die gut zahlenden Passagiere ein Nachteil.

Welche Folgen wird denn das Open-Sky-Abkommen haben?

Feldman: Ich erwarte eine Konsolidierung. Aus drei Airlines werden wohl zwei. Ich hoffe auch, dass die Fluggesellschaften endlich tiefgehende Marktstudien durchführen und nur noch wirklich profitable Routen anbieten. Man muss sich auf die Strecken konzentrieren, auf denen man Geld macht und dort Marktanteile hinzugewinnen.

Welche israelische Fluglinie wird die Herausforderung am besten meistern?

Feldman: El AL, ganz klar. Sie hat die größte Flotte, das breiteste Angebot, den mit Abstand besten Ruf.

Und welche europäische Airline wird sich das größte Stück vom israelischen Markt sichern?

Feldman: Es ist noch zu früh, um das zu beantworten. Easyjet eroberte aber bereits mehr als 30 Prozent Marktanteil auf der Strecke von Tel Aviv nach London. Das ist beeindruckend.

* Mark Feldman ist Chef des großen Reisebüros Ziontours in Jerusalem und kommentiert für israelische Medien als Luftfahrtexperte die Airlinebranche.

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