Dreamliner von Air India: Die Airline ist in Erklärungsnot.

Auch auf Paris-FlugAir India nach zweitem Pinkel-Vorfall unter Druck

Zwei Mal innerhalb kurzer Zeit urinierten Männer auf Flügen von Air India auf eine Frau. Die indische Luftfahrtbehörde kritisiert die Airline scharf. Und das zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Pee-Gate also Pinkel-Gate nennt die indische Presse inzwischen den Vorfall. Auf einem Flug von Air India von New York nach Delhi entblößte sich am 26. November ein betrunkener Mann in der Business Class. Danach urinierte er auf eine Passagierin. Der an sich schon schier unglaubliche Vorfall wurde dadurch noch mehr zum Thema, weil die Besatzung sich nicht bemüßigt sah, einzuschreiten.

Erst als die Passagierin sich schriftlich beklagte, untersuchte die indische Nationalairline den Fall. Doch damit ist es nicht getan. Denn inzwischen wurde ein zweiter Vorfall bekannt. Am 6. Dezember pinkelte ein anderer, ebenfalls betrunkener Mann auf einem Flug von Air India von Paris nach Delhi ebenfalls mitten in der Kabine. Er urinierte auf die Decke einer Frau, wie die lokalen Medien berichten.

Ungelegen während der Neupositionierung

Im Gegensatz zum ersten Fall wurde der Mann bei der Ankunft von der Polizei erwartet, weil der Pilot die Behörden informiert hatte. Nachdem er sich schriftlich bei der Frau entschuldigt hatte, wurde der Täter wieder auf freien Fuß gesetzt. Für ihn ist der Fall erledigt, während der erste Täter inzwischen seinen Job verlor und verhaftet wurde.

Nicht erledigt ist die Sache auch für Air India. Die Fluggesellschaft versucht gerade, sich seit der Privatisierung neu zu positionieren – auch durch ein höheres Serviceniveau. Da kommen solche Schlagzeilen ungelegen.

«Wir teilen ihren Ärger»

Der neue Chef Campbell Wilson hat sich deshalb in einer E-Mail  an seine Kabinencrews gewandt. Und er bat sie, künftig in solchen Fällen unbedingt einzuschreiten. «Wenn ein Vorfall in unserem Flugzeug ein unangemessenes Verhalten von solchem Ausmaß annimmt, müssen wir ihn so schnell wie möglich den Behörden melden, auch wenn wir wirklich glauben, dass die Angelegenheit zwischen den beteiligten Parteien geklärt wurde», zitiert der TV-Sender NDTV aus dem Schreiben.

Man müsse klar sagen, welches Verhalten an Bord erwartet werde und entschlossen und rechtzeitig gegen die vorgehen, die sich nicht daran hielten, so Wilson weiter. Und er fügte hinzu: «Die Abneigung der betroffenen Passagierin ist völlig verständlich, und wir teilen ihren Ärger».

Luftfahrtbehörde übt scharfe Kritik

Die indische Luftfahrtbehörde verurteilte das Vorgehen von Air India aufs Schärfste. Das Directorate General of Civil Aviation oder kurz DGCA erklärte, das Verhalten der Fluggesellschaft sei «unprofessionell». Es verlangte von den Verantwortlichen, dem Piloten des Fluges vom 26. November und der Besatzung eine Erklärung.

Air Indias Aufsichtsratpräsident hat sich mittlerweile zum Thema geäußert. «Der Vorfall auf dem Air India Flug AI102 am 26. November 2022 hat mich und meine Kollegen bei Air India persönlich betroffen gemacht», so N. Chandrasekaran. «Die Reaktion von Air India hätte viel schneller erfolgen müssen. Wir haben es versäumt, diese Situation so anzugehen, wie es hätte sein sollen.» Man werde alle Prozesse überprüfen und nachbessern, um Vorfälle dieser Art zu verhindern.

Mehr zum Thema

Wenn Männer an Bord lospinkeln

Wenn Männer an Bord lospinkeln

Boeing 747 von British Airways: Die Airline kam in negative Schlagzeilen.

Polemik um angeblich verpinkelten Sitz

«Hier sitzen auch die Männer!»: Dante B. hat sich diesen Spruch offensichtlich nicht zu Herzen genommen.

Passagier verpinkelt Klo und kassiert Rausschmiss

ticker-indien

Indien stützt Fluggesellschaften mit einer Milliarde

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg