Gepäckfächer im Dreamliner von Boeing: Keine sind größer.

Mehr Platz im Gepäckfach

Passagiere nehmen immer mehr Handgepäck mit. Das sorgt oft für Gerangel. Flugzeugbauer und Airlines wollen das ändern.

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Weite Reise, voller Flieger - da ist das Gerangel um den Platz im Gepäckfach kaum vermeidbar. Hat man das Pech und betritt als einer der letzten Passagiere die Kabine, ist der Stauraum meistens schon besetzt. Und die Situation verschlimmert sich noch. Da viele Airlines inzwischen zusätzliche Gebühren für aufgegebenes Gepäck verlangen, nehmen Reisende inzwischen mehr oder größeres Gepäck mit in die Kabine. Sie sparen sich so die Zusatzkosten. So nehmen etwa 80 Prozent der Passagiere von Virgin America zwei Taschen mit an Bord: Etwa eine Handtasche und einen Rollkoffer. Bei United Airlines wird das Handgepäck vor allem sperriger. Wie die Fluggesellschaft in Umfragen herausfand, nehmen Passagiere nicht zwingend mehr, dafür aber im Zweifel eine größere Tasche mit an Bord, um sich die Extrakosten zu sparen.

In der Folge sanken denn auch die Einnahmen, die die Airlines durch Gebühren für aufgegebenes Gepäck generieren. Zum ersten Mal, seit Airlines die Extrakosten veranschlagen, gingen diese im vergangenen Jahr in den USA zurück: Nachdem sich die Einnahmen für eingechecktes Gepäck in den Jahren davor jeweils verdoppelt hatten, fielen sie 2011 auf 3,36 Milliarden Dollar nach 3,4 Milliarden Dollar im Vorjahr, wie Zahlen der US-Behörde TSA ziegen.

Neue Flieger mit mehr Stauraum

«Die Passagiere haben eben gelernt, mit der Situation umzugehen», erklärt Luftfahrt-Analyst Robert Mann gegenüber der Zeitung USA Today. Das heißt, sie nehmen zum einen mehr und größeres Handgepäck mit. Manche versuchen auch, sich mit einem Trick vor den Extragebühren zu drücken. Sie nehmen Taschen mit, die als Handgepäck eigentlich nicht geeignet sind. Diese schaffen es dann entweder doch an Bord oder sie müssen in letzter Minute noch in den Bauch des Fliegers verlagert werden - für Mitreisende oft ein lästiges Unterfangen, das für Verspätungen sorgen kann.

Das Platzproblem realisieren Fluggesellschaften und Flugzeugbauer bereits seit einiger Zeit. Und sie suchen nun nach Lösungen dafür. Die liegen ihrer Ansicht nach in größerem Stauraum für Handgepäck. So bewerben sowohl Airbus als auch Boeing ihre neuen Flieger damit, dass es mehr Platz für Taschen in der Kabine gibt. So sind die Staufächer in Boeings B787 Dreamliner und in den neuen Kabinen der B737 mit Schwenktüren gebaut, so dass Standard-Rollkoffer einfacher verstaut werden können. Außerdem sind sie geschwungen. Auf diese Weise können Passagiere die Koffer auch mit den Rollen zuerst in die Gepäckfächer legen. Die Gepäckfächer in Boeings B787 sind momentan die größten, die in der kommerziellen Luftfahrt angeboten werden. Auch Airbus' neue Flieger, der A320neo und der A350 sollen deutlich mehr Platz für Handgepäck bieten.

Umgebaute Kabinen

Fluggesellschaften gehen das Problem in ihren bestehenden Flotten zum Teil an, indem sie die Kabinen umbauen. So hat es etwa Air Berlin mit ihrem neuen Sky Interior getan. In einigen B737 der deutschen Airline gibt es das neue Kabinen-Design, das neben einer geringeren Geräuschkulisse und Stimmungsbeleuchtung eben auch größeren Stauraum bietet - wenngleich die Zahl der zusätzlichen Taschen mit etwa vier Stück doch ziemlich gering ausgefallen ist. In den USA haben Delta, United, US Airways und American Airlines begonnen, Teile ihrer Flotten mit den neuen und größeren Fächern auszustatten.

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