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Airbus gibt Kingfisher Zeit

Kingfisher sitzt auf 62 offenen Bestellungen bei Airbus. Der Flugzeugbauer macht nun einen Schritt auf die klamme Airline zu.

aeroTELEGRAPH

Kingfisher-Bordkarte: In letzter Zeit eine Rarität.

Die Aussicht auf eine ganze Batterie fabrikneuer A320, A330 und A350 ist für Kingfisher gerade eher wenig verlockend. 62 Flieger hat die Fluglinie insgesamt bestellt. Ausgeliefert wurden davon bisher nur 13. Und bei den Finanzproblemen, in denen sie steckt, kann die indische Fluggesellschaft die weiteren Jets gar nicht mehr bezahlen. Zudem dürfen von der derzeit 64 Flieger zählenden Flotte aus Sicherheitsgründen nur 16 abheben. Es fehlt an Geld und Ressourcen für die nötige Wartung und Instandhaltung der Jets, befand Indiens Luftfahrtbehörde DCGA.

Hersteller Airbus macht in der Angelegenheit nun einen Schritt auf die Airline zu. Man werde nicht zwingend darauf bestehen, dass Kingfisher die Bestellungen entgegennimmt, wenn die Finanzprobleme noch nicht aus der Welt geschafft seien, heißt es vom Produzenten gemäß der Nachrichtenagentur PTI. Man habe die geplante Auslieferung nach hinten verlegt und ging damit auf eine Anfrage der Airline ein. «Sie müssen ganz offensichtlich ihre eigenen Lösungen für die Probleme finden, die sie haben. Welche Hilfe auch immer wir dabei sein können, wir geben uns alle Mühe», so Marketing-Vizechef Kiran Rao.

Entspanntere Stimmung

Die Lage scheint sich zumindest für den Moment etwas zu entspannen. Erst in der letzten Woche hatte Kingfisher-Chef Vijay Mallya in einem Brief an seine Angestellten angekündigt, endlich ihre Gehälter zu zahlen. «Mein einziges Ziel wird es sein, die ernsthaft überfälligen Gehälter auszuzahlen», schrieb der Milliardär, der sein Vermögen mit Bier gemacht hatte, an die Angestellten. Die Mitarbeiter der Airline glaubten im nicht wirklich und drohten zunächst mit Streik – doch Mallya hielt sein Versprechen. Wie die Zeitung India Today berichtet, haben laut Angaben der Airline alle Angestellten ihr Gehalt nun erhalten. Auch ein großer Teil der Bankkonten, die von der indischen Regierung eingefroren waren, soll nun wieder frei sein, da die Airline einen Teil der Steuerschulden zurückzahlte.

Kingfisher sucht weiter nach Investoren. Erst kürzlich hatte die Regierung einen Schritt auf die darbenden indischen Airlines zu gemacht und plant nun, den Markt für ausländische Investoren zu öffnen. Das wäre für die darbende Fluggesellschaft die Rettung, um endlich aus den roten Zahlen zu kommen, die sie seit ihrer Gründung 2005 schreibt. In Folge des finanziellen Trubels schrieb die Airline immer wieder negative Schlagzeilen. Inzwischen operiert sie nur noch auf Sparflamme: 28 von 56 Destinationen wurden gestrichen, darunter auch sämtliche internationalen Flüge.



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