Letzte Aktualisierung: um 23:04 Uhr
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Probleme mit dem allerletzten Jet

Air Zimbabwe kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Nun wurde der letzte funktionstüchtige Flieger beschlagnahmt.

Paul Spijkers/Wikimedia/CC

Air Zimbabwe hat mittlerweile nur noch ein flugfähiges Flugzeug.

Eigentlich hatte Air Zimbabwes B737-500 am vergangenen Freitag vom OR Tambo International Airport in Johannesburg wieder zurück ins Heimatland fliegen sollen. Doch daraus wurde nichts. Bid Air, die Firma, die für die Gepäckabfertigung zuständig ist, machte Simbabwes Nationalfluggesellschaft einen Strich durch die Rechnung. Vertreter des Unternehmens parkten Fahrzeuge so hinter dem Flieger, dass dieser sich nicht mehr rühren konnte. Der Grund: Air Zimbabwe bezahlte Rechnungen über 500’000 Dollar nicht. Ein Vertreter der Fluglinie in Südafrika musste sich in der Folge persönlich darum kümmern, dass das Gepäck verladen wurde.

Allein das ist für die ohnehin angeschlagene Fluggesellschaft schon peinlich. Doch es kommt noch dicker. Die B737 ist momentan das einzige operationstüchtige Flugzeug der Airline. Für die Wartung der anderen Flieger fehlt offenbar das Geld. Einen Jet brauchte zu dieser Zeit jedoch Simbabwes Präsident Robert Mugabe. Am Sonntag (4. Dezember) wollt er zu einer Konferenz in Victoria Falls zu fliegen. Um das Staatsoberhaupt nicht zu blamieren, verhandelten gemäß Zim Diaspora Vertreter von Air Zimbabwe verzweifelt mit den Gläubigern in Südafrika.

Neue Deadline

Diese gaben nach und ließen den Flieger am Ende wieder frei – allerdings läuft ein neues Ultimatum von Bid Air. Schon heute Dienstag (6. Dezember) läuft dieses aus. Wie Informanten aus der Branche laut Fin24 nun berichten, könnte es gut sein, dass Air Zimbabwe daher nun die Flüge nach Südafrika ganz streicht – aus Angst, auch das letzte Flugzeug noch zu verlieren.

Air Zimbabwe steckt schon lange in der Krise. Schon oft wurde berichtet, dass Passagiere auf Flügen gebeten wurden, Geld zu spenden, um ausstehende Benzinrechnungen zu begleichen. Trotz der massiven finanziellen und operativen Probleme will die Regierung aber an der Airline festhalten. Eine Liquidation würde den Stolz der Nation verletzten, erklärte Tourismusminister Walter Mzembi (aeroTELEGRAPH berichtete).



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