Startender Airbus A319 von Air Namibia: Die Airline steckt in Turbulenzen.

Regierung soll Geldspritze gebenAir Namibia in schweren Turbulenzen

Der Nationalairline des afrikanischen Landes im südlichen Afrika ist finanziell angeschlagen. Air Namibia verlangt deshalb von der Regierung eine Kapitalspritze.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Anfang September traten Aufsichtsratspäsidentin Deidré Sauls-Deckenbrock und ihre Stellvertreterin Nangula Kauluma zurück. Umgehend wurde der Anwalt Escher Luanda zum neuen Vorsitzenden des obersten Gremiums von Air Namibia ernannt. Er hat keine leichte Aufgabe vor sich.

Die Nationalairline des Landes im südlichen Afrika ist angeschlagen. Wie schlecht es um die Finanzen steht, zeigt ein Brief der zurückgetretenen Aufsichtsratspäsidentin an die Regierung. Air Namibia brauche dringend eine Kapitalspritze, so Sauls-Deckenbrock. Bis zum 30. September benötige man 1,6 Milliarden Namibia-Dollar oder umgerechnet 99 Millionen Euro, zitiert die Zeitung The Namibian aus dem Schreiben.

Alter Rechtsstreit belastet

Schon seit vielen Jahren überlebt Air Namibia nur durch regelmäßige Zuschüsse der Regierung. In den letzten sieben Jahren summierten sie sich gemäß dem Blatt auf vier Milliarden Dollar oder 270 Millionen Euro. Schuld daran ist auch ein jahrealter Rechtsstreit, den die Airline verlor.

Mehrere Richter verpflichteten Air Namibia 2011 und 2015, 25 Millionen Euro an die Insolvenzverwalter der belgischen Challenge Air zu zahlen. Dabei ging es um eine frühzeitig aufgelöste Leasingvereinbarung für ein Langstreckenflugzeug. Doch die Fluggesellschaft kann den Betrag nicht zahlen. Inzwischen wurden deshalb ihre Konten in Europa eingefroren, was die Liquiditätskrise verschärft.

Kein Geld mehr für Airbus A319

In der Folge konnte Air Namibia auch das Unternehmen nicht mehr bezahlen, das die Wartung ihrer Airbus A319 durchführt. Die Flieger fehlen jetzt im täglichen Betrieb. Und so musste die Fluggesellschaft vor einigen Wochen Strecken im südlichen Afrika ganz einstellen oder die Frequenzen verringern. Darum verlangt die Staatsairline jetzt ultimativ Geld - auch weil sie den Rechtsstreit ein für alle Mal mit einer Einmalzahlung aus der Welt schaffen will.

Fließe das Geld nicht, drohe das Grounding, so Sauls-Deckenbrock gemäß dem Bericht. Das stellt Air Namibia in Abrede. «Wir werden unseren Auftrag weiter ausführen», schreibt die Fluggesellschaft in einer Stellungnahme und meint damit, den Tourismus im Land zu fördern. Zusammen mit der Regierung arbeite man an einer neuen Strategie um die Kosten zu senken und effizienter zu werden. Der Flugbetrieb werde aufrecht erhalten.

Suche nach Investoren

Finanzminister Calle Schlettwein bestätigte, den Brief erhalten zu haben, erklärte aber, es hätten Begründungen gefehlt, wofür genau das Geld verwendet werde. Er habe mehr Informationen verlangt und man prüfe das Ansinnen. Die Regierung in Windhoek sei auf der Suche nach einer Strategie für Air Namibia, so Schlettwein.

Schon zuvor hat die Regierung aktiv versucht, ausländische Investoren für ihre Fluglinie zu finden. Sie schrieb deshalb Ethiopian Airlines und South African Airways an. Am meisten Hoffnungen machte sie sich aber bei Lufthansa. In Frankfurt reagierte man gemäß The Namibian freundlich, aber zurückhaltend auf das Ansinnen.

Konkurrenz mit Condor und Eurowings

Die Flotte von Air Namibia besteht aus zwei Airbus A330-200, vier A319, vier Embraer ERJ 135 und einer ERJ 145, wovon zwei Flieger stillgelegt sind. Die Fluggesellschaft bedient neben regionalen Zielen in Europa Frankfurt. Auf der Strecke steht sie allerdings in Konkurrenz zu Condor und Eurowings.

Mehr zum Thema

A340 von Air Namibia: Bald ausgemustert.

Air Namibia: Neue Jets trotz Schulden

A340 von Air Namibia in Frankfurt: Die Airline hat finanzielle Probleme.

Staat hält Air Namibia am Leben

ticker-lufthansa

Lufthansa: Erste Allegris-First-Class-Prämienflüge bei Miles & More verfügbar

Airbus A380 von Lufthansa: Warum setzte ein Superjumbo in München zu früh auf?

Airbus A380 von Lufthansa trifft bei Landung in München einen Teil der Pistenbefeuerung

Video

So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
vietnam airlines vn34 fuel dump load sheet 01
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abheben des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die stehen gebliebene Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.
Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.
Timo Nowack
Timo Nowack