Mschine von Air Méditerranée: Turbulente Zeiten.

Der Trick mit Griechenland

Air Meditérranée stellt Angestellte vor die Wahl: Entlassung oder Job bei der griechischen Tochter - mit 30 Prozent weniger Lohn.

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Der arabische Frühling traf den französischen Ferienflieger hart. Denn die nordafrikanischen Länder rund ums Mittelmeer waren das Kerngebiet der Air Méditerranée. Danach kamen die Krisen in Griechenland und in Senegal als Bremsklotz für die Charterairline aus Toulouse hinzu. Und am Ende grub ihr auch noch die Konkurrenz aus Tschetschenien und Litauen das Wasser ab. «Wir haben zwanzig Prozent unseres Umsatzes verloren», sagte Eigentümer Antoine Ferretti dem Wirtschaftsportal Objectif News. Rund 2,6 Millionen Euro betrug der Verlust 2010, letztes Jahr soll das Minus bei einem Umsatz von 180 Millionen Euro nochmals fast so groß gewesen sein. Deshalb ist nun Sparen angesagt. 85 der 230 festen Stellen werden abgebaut. «Wir können uns kein weiteres Verlustjahr erlauben» so Ferretti Nous gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Challenges. Denn sonst heiße es unweigerlich, die Bilanz zu deponieren.

Patron Ferretti gibt die Schuld am scharfen Einschnitt auch den «Ayatollahs der Gewerkschaft». Das Syndicat national des Pilotes de Ligne hatte nämlich einen Plan des Unternehmens abgelehnt, wonach nur 60 Angestellte entlassen worden wären. Dafür hätten die Arbeitnehmer statt vier Tage die Woche neu fünf arbeiten müssen. Zudem wäre ihr Urlaubsanspruch von sechs auf fünf Wochen gekürzt worden. Die Gewerkschaften reagieren empört. Sie schrieben daraufhin Präsident Nicolas Sarkozy und Transportminister Thierry Mariani. In Tat und Wahrheit gehe es gar nicht nur um 85 Entlassene, betonen sie im Schreiben, sondern um rund 200. Denn das Management von Air Méditerranée habe die Mitarbeiter ohne fixen Vertrag einfach verschwiegen.

Athen einfach

Doch die Empörung geht weiter. Bereits vor einem Jahr gründete Ferretti in Griechenland eine Tochter. Sie flog ab letztem Herbst zuerst mit zwei Boeing B737 Kurzstreckenziele rund ums Mittelmeer an. Inzwischen wurden aber von den neun Fliegern der Flotte von Air Méditerranée bereits fünf zur griechischen Hermès Airlines verschoben. Und die 85 entlassenen Mitarbeiter in Frankreich bekamen ein Jobangebot: Sie können sich von der griechischen Tochter anstellen lassen - zu 30 Prozent tieferen Löhnen. Piloten verdienen bei Hermès Airlines rund 3700 Euro, bei der Muttergesellschaft erhielten sie 6000 Euro. Kein Wunder, dass die Wogen in Frankreich hochgehen.

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