Letzte Aktualisierung: um 20:37 Uhr

Ersatz für Short 360

Alternder eckiger Kultflieger bekommt jüngere Konkurrenz

Air Cargo Carriers ist die größte Betreiberin der Short 360. Auch sonst dreht sich bei amerikanischen Frachtairline alles um den britischen Schulterdecker. Doch jetzt schaut sie sich nach jüngeren Flugzeugen um.

Los ging es mit der Short Skyvan. Mit dem zweimotorigen Turboprop-Schulterdecker aus britischer Produktion nahm Air Cargo Carriers 1986 den Betrieb auf. Im Laufe der Jahre ersetzte die Frachtfluggesellschaft aus Milwaukee in den USA die Short Skyvan durch Short 330 und Short 360. Die haben einen ähnlich eckigen Rumpf, sind aber größer.

Heute ist Air Cargo Carriers nach eigenen Angaben die größte Betreiberin der britischen Klassiker der Welt. 28 Short 360 gehören zur Flotte. Die älteste (Kennzeichen N167RC) ist 42 Jahre alt. Sie kommen in Nordamerika und der Karibik auf rund 20 festen Routen zum Einsatz, können aber auch für andere Charteraufträge gemietet werden. Das Unternehmen bietet den Kunden mit der Short 360, für die es die Umbau-Zertifizierung vom Passagier- zum Frachtflieger besitzt, rund 3400 Kilogramm Nutzlast und knapp 1200 Kilometer Reichweite.

Weitere Short 360 im Anflug

Air Cargo Carriers ist aber weit mehr als nur Short-Betreiberin. Die Frachtfluggesellschaft bildet eigenes und fremdes Cockpit- und Wartungspersonal für die Short aus, besitzt einen von weltweit nur zwei Simulatoren, wartet Short-Flugzeuge auch für andere Betreiber und hat das weltweit größte Ersatzteillager aufgebaut, aus dem sie auch Teile verkauft.

Im laufenden Jahr erwartet Air Cargo Carriers zwei weitere Exemplare der Short 360, wie Vorstandsvorsitzender Jim Germek und Präsident Steven Altnau gegenüber dem Portal Cargo Facts erklärten. Weltweit sieht das Unternehmen zudem das Potenzial, in Zukunft noch rund 20 weitere der Kultflugzeuge zu kaufen.

In die Zukunft mit ATR 42 oder Dash 8?

Doch angesichts des Alters der Flugzeuge wird die Frachtairline neues Kapitel aufschlagen. Sie will die Flotte entweder mit Frachtern von ATR oder mit De Havilland Canada Dash 8 ausbauen. Die neuen Maschinen sind vor allem für den Ausbau in der Karibik bestimmt.

Germek und Altnau sagten, die ATR 42 habe zwar die bevorzugte Frachtkonfiguration, die Dash 8 punkte jedoch durch eine bessere Verfügbarkeit bei Flugzeugen und Ersatzteilen. Eine Entscheidung soll später im Jahr fallen.