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Ausbau in NRW und Berlin

Air Berlin wird immer mehr Air Düsseldorf

Air Berlin will mehr verdienen. Kern der neuen Strategie ist eine engere Zusammenarbeit mit Etihad und Alitalia sowie Konzentration auf Berlin und Düsseldorf. In NRW wird das Langstreckenangebot massiv ausgebaut.

aeroTELEGRAPH

Flugzeuge von Air Berlin in Düsseldorf: Die Basis in NRW wird gestärkt.

310 Millionen Euro – um so viel will Stefan Pichler bis 2018 das Jahresergebnis von Air Berlin verbessern. «Wir streben ein ausgewogenes Verhältnis zwischen umsatzsteigernden und kostensenkenden Initiativen an», so der Konzernchef der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands. Bei seinem Amtsantritt am 1. Februar hatten er und seine Vorstandskollegen eine Neubeurteilung der Strategie begonnen. Sie ist nun abgeschlossen. Am Mittwoch (11. November) hat die Führung nun die Maßnahmen vorgestellt, mit denen Air Berlin das Ziel erreichen soll.

Ein Kernpunkt des Programms ist die Reduktion der Komplexität im Konzern. «Wir bauen unser Engagement dort aus, wo wir im bestehenden Wettbewerbsumfeld Marktanteile gewinnen können», erklärt Pichler. Die Gewinner sind dabei die beiden Standorte Berlin und Düsseldorf. Der Flughafen in Nordrhein-Westfalen wird immer mehr zum Langstrecken-Drehkreuz. Denn Air Berlin baut dort das Angebot kräftig aus, wie der Konzern mitteilt.

Neue Langstreckenflüge nach USA und Kuba ab Düsseldorf

In Düsseldorf führt Air Berlin gleich vier neue Ziele ein. Neu gibt es ab Mai drei bis vier wöchentliche Verbindungen nach Boston, Dallas Fort Worth und San Francisco. Im Sommer startet dann auch zwei Mal pro Woche ein neuer Flug nach Havanna. Zudem werden die Frequenzen nach New York und Los Angeles erhöht. In die Ostküsten-Metropole fliegt Air Berlin dann zwei Mal pro Tag, in die Metropole in Kalifornien täglich. Die Strecken Düsseldorf – Miami und Fort Myers werden weitergeführt, genauso wie Berlin – New York und Berlin – Chicago.

Berlin wird eher im Europaverkehr noch wichtiger werden. Die spezielle Stellung von Palma de Mallorca wird ebenfalls nicht angetastet. «Das hochfrequente Flugangebot ab Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Baleareninsel bleibt erhalten und wird während der Ferienzeit im Sommer nochmals um mehr als 9 Prozent auf bis zu 500 wöchentliche Abflüge erweitert», so Air Berlin. Hamburg und Köln dürften dagegen an Bedeutung verlieren. Denn insgesamt wird die Fluglinie 2016 die Kapazität nicht erhöhen.

Air Berlin baut weniger Stellen ab

Ein weiterer Kernpunkt der revidierten Strategie: Die Zusammenarbeit mit der Aktionärin Etihad Airways und den Schwester-Airlines Alitalia und Air Serbia soll viel enger werden. So will Air Berlin das Angebot von Deutschland und Österreich nach Italien gemeinsam mit Alitalia weiter ausbauen. Die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Mailand und Rom sollen dazu enger miteinander verzahnt werden. Als Damoklesschwert hängt aber immer noch die ausstehende Genehmigung von Codeshare-Flügen mit Etihad über Air Berlin. «Wir fordern die Bundesregierung auf, die Interessen für Arbeitsplätze und Wettbewerb in Deutschland zu vertreten, indem sie die Fortsetzung der Codeshare-Flüge mit Etihad Airways genehmigt», so Pichler.

Auch gespart wird logischerweise weiterhin – und das noch intensiver. So will Pichler vor allem mit den Flughäfen über tiefere Preise verhandeln. Aber auch andere externe Partner «vom Bodendienstleister bis hin zu Vertragsfirmen von Air Berlin Technik» sollen künftig billiger arbeiten. Beim Personal wird es dagegen weniger schlimm als befürchtet. «Mit Blick auf die wachstumsorientierte Netzstrategie werden wir uns von weniger Mitarbeitern trennen als ursprünglich antizipiert», so Pichler. Der Abbau werde vor allem in der Verwaltung stattfinden.



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