Zerstörte Tragfläche der Fokker 100: Mit Eis bedeckt.

Vor dem Crash sang er Elvis

Vor fünf Jahren stürzte Eine Fokker 28-100 in Frankreich kurz nach dem Start ab. Nun wird den Piloten der Prozess gemacht.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Es war eisig kalt an jenem Donnerstag. Die Temperatur schwankte zwischen einem grad und dem Gefrierpunkt. Über dem Aéroport Pau-Pyrénées zog am 25. Januar 2007 Nebel auf und es begann zu schneien. Die Piloten von Flug AF7775 machten sich um 10:20 Uhr dennoch bereit zum Start. Sie verliessen den Standplatz und rollten zur Startbahn. Ihre Reise mit der Fokker 28-100 mit Immatrikulation F-GMPG sollte sie von der Kleinstadt in den französischen Pyrenäen an den Pariser Flughafen Charles de Gaulle bringen. Doch am Ende landeten die vier Besatzungsmitglieder und 50 Passagiere ein paar hundert Meter nach der Piste in einem Maisfeld. Es ist die Folge einer ganzen Kette von Nachlässigkeiten und äußeren Umständen.

Nun wird den beiden Piloten der Air-France-Tochter Régional, Compagnie Aérienne Européenne der Prozess gemacht. In diesem Verfahren gehe es um «eine Kette an Dummheiten und unverantwortungsvollen Verhaltensweisen, die von der Justiz sanktioniert werden müssen», kommentierten die anklagenden Anwälte Thierry Sagardoytho und Julien Marco gegenüber der Zeitung Sud Ouest. Sie vertreten das einzige Opfer des Crashs. Bei ihrem Irrflug touchierte die Fokker 28-100 einen Lastwagen der Gemeindeverwaltung, der das Flughafengelände befuhr. Beim Aufprall wurden die beiden hinteren Fahrwerke abgerissen und der Chauffeur des Camions auf der Stelle getötet.

Tragfläche berührt Boden

Eine ausgelassene Stimmung habe im Cockpit zwischen dem Piloten und seinem Kopiloten geherrscht, beklagen sich die Anwälte - und das «während einer der wichtigsten Phasen» eines Fluges. Um 10:23 Uhr summte der eine ein Lied, der andere pfiff. Eine Minute später seien Witze gemacht worden und einer der Piloten habe während 38 Sekunden ein Lied von Elvis gesungen. um 10:25 Uhr machten sie weitere Witzchen, es wurde gelacht. Und eine Minute danach hob die Maschine von Piste 13 ab - allerdings nicht für lange. Sie stieg bloß auf rund 30 Meter. Dann meldeten die Piloten, dass der rechte Motor - eventuell nach Vogelschlag - ausgefallen war. Das Flugzeug sank wieder und begann nach links, dann nach rechts und wieder nach links zu kippen. Später touchierte es mit der linken Tragfläche den Boden neben der Piste. Die Crew versuchte zu korrigieren und rammte den Laster. Nach einem irren Flug blieb die Maschine nach 500 Metern im Feld stecken.

Die Passagiere kamen beim Unglück mit einem Schock davon. Keiner wurde verletzt. Der Airline wird der Vorwurf gemacht, sie habe das Flugzeug an jenem Wintertag nicht enteisen lassen, weil die Besatzung in Pau nur 20 Minuten Zeit hatte um die neuen Passagiere einzuladen. Allerdings starteten an jenem Morgen auch andere Jets ohne Enteisung und ohne Probleme. Das Gericht in Pau muss jetzt darüber befinden, ob der Pilot und sein Kopilot schuld am Unglück sind. Das Urteil wird am 2. Januar erwartet.

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo von Tap am Gate: Wer greift zu?

Air France-KLM verspricht Tap eine zentrale Rolle im Konzern

ticker-klm

Air France und KLM werten Basic-Tarife im Vielfliegerprogramm wieder auf

ticker-air-france

Air France erhöht New-York-Angebot auf bis zu elf Flüge täglich

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.

Airbus A350 von Air France biegt falsch ab und bleibt stecken

Video

Flugzeug auf Zug: Waghalsiges Manöver.
Ein Pilot, ein fahrender Güterzug – und kaum Platz für Fehler. In der Türkei ist ein außergewöhnliches Landemanöver gelungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies