Helfer bergen Wrackteile der Unglücksmaschine

Fehler schon vor dem Flug?

Bei den Ursachen der Air-France-Katastrophe im vergangenen Mai deutet vieles auf menschliches Versagen hin - nicht nur im Cockpit.

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Dreieinhalb Minuten dauerte der Absturz des Air France-Fluges AF 447 vor etwas mehr als zwei Jahren. Nach einem Strömungsabriss stürzte die Maschine aus 11600 Metern Höhe in den Atlantik. So viel haben die Experten, die die Blackbox des Fluges auswerten, schon herausgefunden. Was die Gründe für den Absturz betrifft, sind die Angaben noch weniger genau. Nur eines kristallisiert sich heraus: Immer mehr deutet darauf hin, dass die Schuld zu einem grossen Teil auch bei der Crew lag. Und bei denen, die sie ausgebildet haben.

"Die meisten Zwischenfälle, die mit einem Strömungsabrisse zusammenhängen, passieren bei einer Höhe, in der man noch genug Raum hat, sich wieder zu fangen", so Mike Coker, erster Sicherheitspilot von Boeing auf einem Sicherheitskongress in Istanbul. "Aus Zwischenfällen werden Unfälle, wenn die Crew das nicht schafft, nachdem die Warnung über den Stömungsabriss eintritt."

Wenn das also passiert, sei ein grosser Grund dafür ungenügendes oder schlechtes Training der Crew. Normalerweise findet das Training auf einer Höhe zwischen 1000 und 4000 Metern statt - wie sich am Falls des AF 447-Unfalls zeigt, kann ein Strömungsabriss aber auch auf einer weit grösseren Höhe vorkommen.

Das Training neu überdenken

Er fordert daher, das Training neu zu überdenken - den Fokus eben nicht mehr nur auf einen minimalen Hähenverlust zu lenken.

"Bei einem Strömungsabriss wird bisher mit maximaler Beschleunigung und minimalem Höhenverlust trainiert", so Coker. Daher versuche man immer als erstes, am Winkel zu arbeiten, die Nase des Flugzeugs wieder nach oben zu bekommen. Stattdessen solle man aber auch auf die Triebwekre acht. Diese, so der Experte, würden in einer grossen Höhe ganz anders - langsamer - reagieren. Alle das müsse in Zukunft bei Training der Piloten beachtet werden.

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