B747 von Aerosur: Flotte und Strecken reduziert.

Aerosur gibt sich noch Stunden

Die Steuerbehörden zwingen die bolivianische Fluglinie, alle laufenden Einnahmen abzugeben. Aerosur schlägt Alarm.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Das Management ist verzweifelt. 100 Prozent aller Einnahmen fließen derzeit direkt an die Steuerbehörden ab. Unter diesen Umständen werde das Unternehmen «nicht mehr Tage, sondern nur noch Stunden überleben», warnte Aerosur-Sprecher Jorge Toro am Freitag (21. April) gemäß der Tageszeitung La Razon. Der Staat wirft der Fluggesellschaft vor, alleine zwischen 2004 und 2007 Steuern über 1,3 Milliarden Boliviano (rund 147 Millionen Euro/177 Millionen Franken) nicht beglichen zu haben. Und er verlangt jetzt die Nachzahlung der Forderung für das Jahr 2004 von rund 109 Millionen Boliviano. Doch mit dem Einziehen von 100 Prozent der Einnahmen wird Aersour quasi handlungsunfähig. «Kein Unternehmen überlebt, wenn man ihm den wirtschaftlichen Sauerstoff abdreht», sagte Aktionärsvertreter Sergio Asbún dieser Tage vor der bolivianischen Presse. «Das Geld brauchen wir um die täglichen Ausgaben zu begleichen.» Aersur fordert deshalb eine Reduktion des Rückbehalts auf 25 Prozent.

In den letzten Wochen schossen die Aktionäre vier Millionen Dollar in das Unternehmen ein, um es am Leben zu erhalten, wie Asbún erklärte. Damit wurden unter anderem die täglichen Operationen aufrecht erhalten und eine neue Boeing B747-400 und eine B767-300 geleast. Sie sind nötig, um die Paradestrecken nach Miami und Madrid abzudecken. Doch momentan kann Aersour Spanien und die USA trotzdem nicht anfliegen. Die alten Leasingverträge liefen aus und für die beiden neuen Maschinen liegen die Flugbewilligungen noch nicht vor. Dadurch verliert die Fluggesellschaft zusätzlich wichtige Einnahmen. Um doch noch zu überleben, reduzierte Aersour das Angebot. Elf Flieger standen einst in ihren Diensten. Inzwischen fliegen nach Angaben von Asbún nur noch fünf Maschinen.

Der Regierung kommt es gelegen

Im Trauerspiel um Aersour macht es den Anschein, dass die Krise der Regierung um Präsident Evo Morales ganz ungelegen kommt. Die Probleme von Aerosur belegten ein für allemal, dass Private keine guten Unternehmensführer seien. «Die Privatwirtschaft taugte nicht», sagte der linksgerichtete Staatsführer Anfang April. Die staatliche Konkurrentin Boliviana de Aviación jubelt denn auch bereits. Sie hat die nationalen Frequenzen von 36 auf 44 erhöht. Im ersten Quartal verzeichnete sie eine Umsatzzunahme um 36 Prozent.

Mehr zum Thema

Airbus A220 von Air Baltic: Bald in Uruguay?

Airbus A220 von Air Baltic werden für Uruguays neue Airline fliegen

Einsteigen in Istanbul: Offenbar durften viele Russinnen und Russen nicht mit.

Russland warnt Bürger vor Flügen mit Turkish Airlines

Airbus A350 von Iberojet: Bald ab Caracas im Einsatz.

Venezolanische Airline kommt mit Airbus A350 nach Europa

Flughafen México City: er soll streichen.

Mexikos Regierung zwingt größten Flughafen, weniger Flüge anzunehmen

Video

Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
md 11 ups unglueck ntsb
Der tödliche Absturz einer McDonnell Douglas MD-11 von UPS im Jahr 2025 wurde durch ein beschädigtes Teil in der Triebwerksaufhängung ausgelöst. Nun ist klar: Boeing beschäftigte sich schon länger mit solchen Schäden, als bisher bekannt war. Und es gab weitere Fälle. Behörden und Airline wollen die Schwere des Problems nicht erkannt haben.
Timo Nowack
Timo Nowack