A330 von Aer Lingus: Muskeln spielen lassen.

Aer Lingus trotzt Ryanair

Die irische Nationalairline will auf Inlandsrouten in Großbritannien fliegen - und zeigt damit der Kaufinteressentin die kalte Schulter.

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Die Strecke von London nach Edinburgh ist die erste, welche die irische Traditionsairline im Auge hat, wie die Zeitung The Irish Independent meldet. Es wäre die erste Inlandsroute im Ausland, die Aer Lingus überhaupt abdeckt. Die Möglichkeit in Großbritannien fliegen zu können, ist eine Folge der Übernahme von BMI durch die British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG). Europäische Wettbewerbsbehörden sehen darin die Gefahr einer Monopolstellung von British Airways in Heathrow. Daher musste IAG 14 Landeslots von BMI in Heathrow freigeben. 12 sind noch zu haben, zwei gingen an die russische Transaero.

Aer Lingus reichte nun offiziell ein Gebot für die Landerechte ein. Viele sehen darin auch eine Kampfansage an Ryanair, die unbedingt die kleinere irische Konkurrentin übernehmen will. Mit den neuen Plänen sendet Aer Lingus aber erneut eindeutige ablehnende Signale in Richtung der aggressiven jüngeren Konkurrenz. Mit ihren Plänen demonstriert sie Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit. Das könnte die Anteilseigner davon überzeugen, dass Aer Lingus weiter plant, ein selbstbestimmter, starker Marktteilnehmer zu bleiben und daher ihre Aktien nicht an Ryanair zu verkaufen. Aer Lingus hält bereits jetzt die dritthöchste Anzahl an Start- und Landeberechtigungen in Heathrow - eine der großen Stärken der Iren. Diese würden sie ebenfalls weiter ausbauen.

Offizielles Gebot

Neben den Iren bietet auch noch Virgin Atlantic für die BMI-Slots. Die britische Fluggesellschaft will neben Inlandsflügen auch noch Moskau als Ziel hinzufügen. Laut Wettbewerbsrecht müssen aber mindestens acht der zwölf Slots für Flüge zwischen Heathrow und Edinburgh oder Aberdeen zum Einsatz kommen, um ein angemessenes Gegengewicht zu British Airways zu bieten. Das wird letztlich auch der entscheidende Faktor bei der Entscheidung, wer die begehrten Landerechte erhält. Die Pläne der Airlines müssen den bestmöglichen Wettbewerb auf den Routen ermöglichen.

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