Letzte Aktualisierung: um 22:56 Uhr
Partner von  

Ebace mit weniger Ausstellern

Wird Genf selbst der Geschäftsluftfahrt zu teuer?

Schon lange vor dem Start der diesjährigen Businessjet-Messe Ebace gab es Kritik am Standort Genf. Tatsächlich ging die Zahl der Aussteller zurück.

Im vergangenen November schrieb Patrick Hansen einen offenen Brief an Athar Husain Khan, den Generalsekretär des europäischen Geschäftsflugverbandes EBAA. Als Chef des Businessjet-Betreibers Luxaviation kündigte Hansen an, dass man 2019 nicht mehr als Aussteller bei der Branchenmesse Ebace dabei sein wird, welche die EBAA ausrichtet. «Ein besonders großes Problem für die Ebace ist der Standort in Genf», kritisierte Hansen.

Die Teilnahme an der Messe sei deutlich teurer als an anderen Orten in Europa, so der Luxaviation-Chef. «An der Ebace teilzunehmen, kann Firmen leicht Hunderttausende Euro kosten.» Sowohl die direkten Messekosten als auch indirekte Faktoren wie Hotelpreise seien bei der Ebace in Genf sehr hoch. In Zeiten von gestiegenen Betriebs- und Wartungskosten, von preissensibleren Kunde in Europa, und angesichts der Unsicherheiten durch den Brexit müsse man sich den wirtschaftlichen Realitäten anpassen, forderte Hansen. Daher empfehle er den Umzug der Messe in eine andere, günstigere Stadt.

Mehr Flugzeuge, aber …

Vor dem Start der Ebace 2019 am 21. Mai sagte der Luxaviation-Chef nun dem Fachmagazin Aviation Week, im Vertrauen hätten ihm etliche Kollegen in der Branche zugestimmt. Ed Bolen, Chef des US-Geschäftsflugverbandes NBAA, der die Ebace mit ausrichtet, erklärte, zum einen würden großartige Städte halt Premiumpreise aufrufen. Zum anderen bemühe man sich, der Stadt und den Hoteliers deutlich zu machen, welchen Wert Messe und Besucher für Genf hätten. Zudem seien auch Dienste wie Airbnb eine Option geworden.

Zudem erklärte Bolen: «Wir hatten vergangenes Jahr 27 große Aussteller, wir haben dieses Jahr 27 große Aussteller.» Zudem sei das Static Display, die Schau der Flugzeuge im Außenbereich, erneut ausverkauft. Tatsächlich waren hier 58 Flieger zu sehen, nach 54 Flugzeugen im Vorjahr. Wer jedoch innerhalb der Messehallen unterwegs war, merkte schnell, dass sich an zwei Stellen große Lücken auftaten, frei von Ausstellerständen.

… weniger Aussteller

Zum Abschluss der Ebace schrieben Ed Bolen und Athar Husain Khan denn auch in einem Messe-Newsletter, man habe 2019 «fast 400 Aussteller» bei der Messe begrüßt. Im Vorjahr waren es noch 418 Aussteller. Das bedeutet einen Rückgang von mindestens 5 Prozent. Patrick Hansen steht mit seinem Rückzug von der Ebace also nicht alleine da.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.