Dem Online-Portal «The Intercept» liegt eine Checkliste mit über 90 Erkennungzeichen vor, die mögliche Terroristen aus der Masse an Passagieren erkennbar machen sollen. Unter anderem machen sich Passagiere verdächtig, die...

Wer gähnt, macht sich verdächtig

Die Checkliste der amerikanischen Sicherheitsbehörde TSA, mit der man potenzielle Terroristen entlarven soll, umfasst Dutzende Punkte. Sie zeigt: Fast jeder ist verdächtig.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

In letzter Minute den Flug erreichen? Ein Punkt. Ausgebeulte Kleidung? Zwei Punkte. Orientierungsloses oder verwirrtes Verhalten? Drei Punkte. Legt ein Passagier diese Anzeichen an den Tag, und ist zudem männlich und zwischen zwanzig und vierzig Jahren alt, muss er gemäß der geleakten Checkliste für Verdacht auf Terror der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde TSA vom Sicherheitspersonal geprüft und von der Flughafenpolizei befragt werden.

Mit dem richtigen Alter oder Geschlecht, kann der Verdächtige aber wieder Punkte loswerden. Ist er zum Beispiel mit seiner Ehefrau unterwegs oder älter als 65 Jahre, gibt es je einen Punkt Abzug. Hüpft aber der Adamsapfel oder sind die Handflächen zu schwitzig, kommen wieder Punkte dazu.

«Anhand solcher Kriterien lässt sich kein gefährdendes Verhalten festmachen.»

Über 90 einzelne Merkmale, die das Verhalten, Geschlecht, Alter, Kleidung und Gepäck eines Passagiers umfassen, enthält die sogenannte Spot-Checkliste der TSA (Transportation Security Administration), die «The Intercept» kürzlich veröffentlichte. Das Programm wurde 2007 an amerikanischen Flughäfen eingeführt und steht seither schwer in der Kritik. Nicht nur die über 900 Millionen Dollar, die es bis anhin verschlungen hat, sind ein Problem, auch die Methodik.

«Die Beobachtungen, welche die TSA-Beamten am Flughafen anstellen sollen, sind kaum objektiv und mit diesen festgelegten Kriterien lässt sich kein potenziell gefährdendes Verhalten feststellen», ließ ein unabhängiger Beratungsausschuss der US-Regierung bereits 2013 verlauten. Er forderte damals sogar die Abschaffung des Programms. Nun, da die Spot-Checkliste geleakt wurde, dürfte die Forderung neue Brisanz erhalten.

«Lizenz zur Schikane»

Die TSA äußerte sich gegenüber «The Intercept» zu der Checkliste: «Beobachtungen des Verhaltens sind nur ein Element der Bemühungen der TSA Gefährdungen für die reisende Gesellschaft zu mindern.» Auf die Kriterien dieser Beobachtungen und die geleakten Dokumente wollte der Sprecher nicht eingehen. Doch das Programm und die Checkliste bereiten der Behörde noch mehr Ärger. Die Menschenrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberty Union) reichte gegen die Beobachtung von auffälligem Verhalten an Flughäfen Klage ein. Sie wirft der Transportsicherheitsbehörde Rassismus vor.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der TSA, der angestellt war um das Verhalten von Passagieren zu beobachten und anonym bleiben will, äußert sich gegenüber «The Intercept» zum Program: «Die Checkliste ist so zusammengestellt, dass so ziemlich jeder Passagier als verdächtig gelten würde. Die Kriterien geben den Beamten eigentlich eine Lizenz zur Schikane.» Ein anderer Beamter, der ebenfalls anonym bleiben will, findet ebenfalls klare Worte: «Die Beobachtungen haben keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Außerdem ist das alles inkonsistent: Jeder Flughafen bildet seine Beamten anders aus. Das Programm ist Bullshit. Purer Bullshit.»

Erfahren Sie in der Bildergalerie oben mehr Details zur Checkliste.

Mehr zum Thema

Delta-Flieger: Die Airline hat zu viele Statuskunden.

Delta hat zu viele Vielfliegende mit höchstem Status

Airbus A321 LR von Air Transat: Bald auch in Peru zu sehen.

Air Transat fliegt mit dem Airbus A321 LR nach Südamerika

Boeing 777 von United Airlines: Mehr Flugzeuge kommen hinzu.

United will in drei Jahren um 430 Flugzeuge wachsen

Boeing 737 von Southwest Airlines: Es gibt Nachschub.

Schon wieder Mini-Grounding bei Southwest Airlines - Piloten spotten

Video

Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies