Die HB-JBA ist die erste C-Series weltweit, die für eine Airline fliegt.

Bombardier übergibt erste CS100Warum Swiss die C-Series als erste wollte

Die Lufthansa-Tochter hat als erste Fluggesellschaft der Welt eine Bombardier C-Series übernommen. Dabei wollte Swiss diese Rolle erst gar nicht spielen. Doch nun sieht sie darin viele Vorteile.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Im Bombardier-Werk in Mirabel bei Montreal brannte in der Nacht auf Mittwoch (29. Juni) noch lange Licht. Das C-Series-Team des kanadischen Flugzeugbauers und Vertreter von Swiss stellten die letzten Dokumente zusammen, um sie an die Behörden in der Schweiz zu übermitteln. Am darauffolgenden Morgen gab es von dort grünes Licht und die Übergabe der ersten C-Series an einen Kunden konnte vorgenommen werden.

Das Flugzeug mit der Seriennummer MSN 50010 trägt jetzt das schweizerische Kennzeichen HB-JBA und gehört offiziell der Lufthansa-Tochter. «Wir freuen uns riesig», erklärte Swiss-Technik-Chef Peter Wojahn nach der Abnahme. Er und sein Team hatten in den Tagen zuvor wenig geschlafen. «Es ist klar, dass es bei einem solchen Flugzeug, das noch nie im Linienverkehr geflogen ist, mehr zu beanstanden gibt als bei einer Boeing 777, von der weltweit schon 1500 Exemplare fliegen», so der Manager. Nun stimme aber alles. Man sei sehr zuversichtlich, dass die C-Series ein Erfolg werde.

Avros schnell ersetzen

Swiss hatte sich lange geziert, Erstabnehmerin der Bombardier C-Series zu werden. Immerhin gibt es bei einem derart neuen Flieger am Anfang immer noch da und dort kleinere Dinge, die man im Normalbetrieb erst entdeckt und anpassen muss. Am Ende konnte der kanadische Flugzeugbauer die Fluggesellschaft aber doch überzeugen, den weltweit ersten von Grund auf neu entwickelten westlichen Kurz- und Mittelstreckenjet als erste in Betrieb zu setzen. «Wir verspürten einen gewissen Druck unsere Avro RJ100 langsam zu ersetzen», erklärt Wojahn. Zudem wolle man auch die Kapazität schnell erweitern. Das werde mit der Übernahme der C-Series nun möglich.

Doch es gibt noch einen anderen Grund, weshalb Swiss ja zur Rolle als Premieren-Kundin sagte. «Wir geniessen in den nächsten Monaten einen sehr schnellen, flexiblen und kostenlosen Support durch Bombardier», so Wojahn. Zudem seien die Kanadier nun voll auf Swiss fokussiert. Das sei ein großer Vorteil. Beim früher ausgemachten Preis – 72 Millionen Dollar kostet eine CS100 gemäß Preisliste – habe Bombardier keine zusätzlichen Eingeständnisse gemacht. Experten schätzen den Rabatt, der Swiss ausgehandelt hat auf rund 20 bis 25 Prozent.

Bedarf der Swiss ist gedeckt

Die erste C-Series hob nun am Donnerstagmorgen in Montreal ab und wird von Swiss-Piloten zuerst nach Dublin geflogen. Dort übernimmt eine neue Crew, welche die HB-JBA dann nach Zürich bringt. n der Heimbasis wird sie am späteren Nachmittag erwartet. Ab dem 15. Juli fliegt der kanadische Jet mit 125 Sitzplätzen dann im regulären Einsatz. Er bedient zuerst unter anderen die Strecken nach Manchester, Nizza, Paris, Prag oder auch Warschau. Nach London City soll er dann ab Frühjahr 2017 fliegen. Dann liegen alle Genehmigungen für den speziellen Anflug auf den Flughafen vor.

Swiss verspricht sich von der C-Series einen Komfortgewinn für die Passagiere. Zudem gibt es einen spürbaren Spareffekt. Gegenüber den heute noch eingesetzten Avros beträgt er rund 25 Prozent, gegenüber Fliegern wie dem A320 noch 20 Prozent, gegenüber dem A320 Neo 10 Prozent. Dennoch will die Lufthansa-Tochter keine weiteren Maschinen bestellen. «Unser Bedarf ist mit den 30 Maschinen gedeckt», so Wojahn. Zumindest gelte das aus heutiger Sicht. 9 C-Series werden 2016 in Zürich eintreffen, 10 weitere 2017 und 11 2018.

Was macht Lufthansa mit der Option?

Lufthansa besitzt noch eine Option auf 30 weitere C-Series. «Ich könnte mir vorstellen, dass deren Ausübung für den Konzern ein Thema ist», so Wojahn. Konzernchef Carsten Spohr hatte kürzlich betont, wie wichtig der Lufthansa-Gruppe ist, dass es einen weiteren Anbieter auf dem Markt für Kurz- und Mittelstreckenflieger gibt. Es könnte also gut sein, dass bald eine weitere Konzernairline C-Series ordert.

Mehr zum Thema

Große Fenster: Ein wirkliches Plus der C-Series.

So fliegt es sich in Bombardiers C-Series

ticker-swiss

Airbus A320 und A330: Swiss lässt wieder Jets mit roter Nase fliegen

ticker-swiss

Swiss erwägt Lockerung der Deutschpflicht für Pilotinnen und Piloten

ticker-lufthansa

Lufthansa Cargo und Swiss World Cargo bündeln Kräfte

Video

alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
amsterdam schiphol schneemann
Der Schnee sorgt für Chaos und Hunderte Flugausfälle am größten Flughafen der Niederlande. Trotz der harten Bedingungen hat das Bodenpersonal in Amsterdam offenbar Spaß bei der Arbeit.
Timo Nowack
Timo Nowack