Remote TowerWenn im Kontrollturm niemand sitzt

Der Flughafen Miquelon wird künftig von der 40 Kilometer entfernten Nachbarinsel aus überwacht. Möglich machen das Kameras und Computer. Die Remote-Tower-Technologie wird immer reifer.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Saint-Pierre et Miquelon ist ein französisches Archipel von 242 Quadratkilometer Größe. Es liegt 4200 Kilometer von der Hauptstadt Paris entfernt und 25 Kilometer vor der Küste der kanadischen Provinz Neufundland. Die Flugverbindungen nach Halifax, Montreal, St. John's und Sydney in Nova Scotia sind für die rund 6000 Bewohner daher lebenswichtig.

Nun vereinfacht die französische Flugaufsicht Direction des Services de la Navigation Aérienne das Management der beiden Flughäfen der Mini-Inselgruppe. Das kleinere Aérodrome de Miquelon, von dem aus neben Privatfliegern einzig die lokale Air Saint-Pierre auf die Hauptinsel fliegt, wird künftig ferngesteuert. Die kanadische Firma Searidge Technologies liefert dazu ihr Remote-Tower-System.

3D-Bilder in 360-Grad-Panorama

Vor Ort werden künftig HD-Kameras Bilder des Flughafens aufnehmen, die an den Kontrollturm am Aéroport de Saint-Pierre Pointe-Blanche gesendet werden. Dort werden sie so dargestellt, dass der Fluglotse das Geschehen so sieht, als würde er vor Ort aus dem Fenster gucken. Dazu werden die 40 Kilometer entfernt aufgenommen Bilder mit einem Algorithmus so zusammengefügt, dass ein korrektes Live-3D-Bild in einem 360-Grad-Panorama entsteht. Die Bildschirme sind zoombar. Neben den HD-Kameras sorgen Wärmebildkameras und drehbare Kameras für ein noch genaueres Bild in allen Wettersituationen.

Die Remote-Tower-Technologie wurde 2002 vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln entwickelt. Searidge Technologies ist heute Marktführerin. Miquelon wird weltweit der dritte Kontrollturm sein, der ganz ferngesteuert wird. Am schwedischen Flughafen von Örnsköldsvik ist ein System von Hersteller Saab im Einsatz, am Fort Collins-Loveland Municipal Airport im US-Bundesstaat Colorado wird derzeit ein System eingebaut.

Es fehlten erst die Geräusche

Die Hersteller vermarkten ihr System als überlegen. Zum einen sind ferngesteuerte Kontrolltürme billiger, weil es weniger Bauten braucht, mehr Fluglotsen mehr kleine Flughäfen gleichzeitig bedienen können und Notfallflüge auch dann landen können, wenn kleine Flughäfen geschlossen sind. Zum anderen wird argumentiert, dass Kameras mehr Dinge aufnehmen können als das menschliche Auge. Daher seien sie auch besser.

Noch müssen Fluglotsen sich aber an die neue Technik gewöhnen. In Schweden versuchten sie immer wieder, ihre Ferngläser zu benutzen, wie sie es früher getan hatten, statt einfach auf dem Touchscreen zu zoomen. Zudem installierte man in Örnsköldsvik nachträglich Mikrofone, weil die Aufseher die Geräusche vermissten.

Potenzial in großen Ländern

Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen, doch viele Experten glauben, dass sie die Luftfahrt massiv verändern wird. So können vor allem in größeren Ländern wie den USA oder Australien viele lokale Flughäfen viel effizienter überwacht werden. Die Alternative wäre oft, sie zu schließen.

Mehr zum Thema

Muss künftig nicht mehr am Flughafen sein: Tower könnten mit der Technik von Saab Hunderte Kilometer entfernt vom Airport sein.

Das ist der ferngesteuerte Tower

Kontrollturm am Flughafen Paris Charles de Gaulle Airport: Die französische Flugsicherung braucht Veränderung.

Frankreichs Flugsicherung verursacht mehr als zwölf Jahre Verspätung - in einem Jahr

ticker-frankreich

Frankreich reduziert Ticketsteuer für 26 Inlandsstrecken

ticker-frankreich

Frankreich schließt Modernisierung ihrer Breguet Atlantique 2 ab

Video

Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack