Die letzte Fairey Gordon: Wurde seit 2019 restauriert.

Aus den 1930er-JahrenDie weltweit letzte Fairey Gordon steht zum Verkauf

Sie gilt als weltweit einzige erhaltene Fairey Gordon. Jetzt ist die Restauration des leichten Bombers aus den 1930er-Jahren abgeschlossen. In Neuseeland steht das Flugzeug zum Verkauf - mit einer besonderen Geschichte und einer besonderen Verkaufsidee.

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Es ist ein Stück Luftfahrtgeschichte, das Hollywood nicht besser hätte schreiben können. Am 12. April 1940 stürzte in den neuseeländischen Southern Alps ein einmotoriger Doppeldecker vom Typ Fairey Gordon Mk I ab. Die jungen Piloten Wilfred Everist und Walter Raphael überlebten verletzt, doch das zweisitzige Flugzeug aus dem Baujahr 1932 blieb in der Wildnis, wo das Wrack jahrzehntelang in der Vegetation hing. Laut dem Restaurator Robert Reece wurde es 1972 geborgen, andere Quellen wie die Webseite Pacific Wrecks nennen 1976 als Bergungsjahr. Heute gilt sie als die weltweit einzige erhaltene Fairey Gordon.

Denn 2019 stieß Reece auf die eingelagerten Überreste des Flugzeugs - und begann mit einer aufwändigen Restaurierung. Nun ist der historische Doppeldecker fertig.

Bei Royal Air Force und Royal New Zealand Air Force

Aber um was für ein Flugzeug handelt es sich überhaupt? Die Fairey Gordon entstand Anfang der 1930er-Jahre beim britischen Flugzeughersteller Fairey Aviation. Der einmotorige Doppeldecker war aus der Fairey IIIF entwickelt worden. Er wurde von der Royal Air Force sowohl als Bomber als auch für Trainingszwecke eingesetzt. Am 5. August 1939, nur wenige Wochen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurde sie der Royal New Zealand Air Force (RNZAF) zugeteilt. Die Gordon Mk I, die erste Serienvariante dieses Flugzeugtyps, war rund 11,20 Meter lang, hatte eine Spannweite von 13,95 Metern und war 4,32 Meter hoch.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren einige Fairey Gordon im Nahen Osten im Einsatz und flogen vereinzelt Gefechte, wie etwa 1941 im britisch kolonisierten Irak gegen Rebellen. Das Flugzeug konnte eine Bombenlast von bis zu 500 Pfund (rund 227 Kilogramm) transportieren und verfügte über zwei Maschinengewehre. In Europa kam es nicht mehr zum Fronteinsatz, denn dort galt es bereits als veraltet. Angetrieben wurde es von einem luftgekühlten 14-Zylinder-Sternmotor Armstrong Siddeley Panther IIA mit 525 PS.

Fairey Gordon konnte mit Spitfire Mk1 nicht mithalten

Die Höchstgeschwindigkeit der Fairey Gordon lag bei rund 240 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Die 1936 entwickelte britische Spitfire Mk1 - berühmt durch die Luftschlacht von England 1940 - flog laut dem RAF-Museum in London bis zu 583 Kilometer pro Stunde schnell. Die Dienstgipfelhöhe der Fairey Gordon betrug rund 6700 Meter, die Reichweite etwa 966 Kilometer. Das maximale Startgewicht lag bei rund 2679 Kilogramm.

Das von Robert Reece in Neuseeland restaurierte Exemplar trägt die RAF-Nummer K2759 und das RNZAF-Kennzeichen NZ629. Das Flugzeug steht nun zum Verkauf, als Ausstellungsstück, nicht flugfähig. Für den Verkauf hat sich Restaurator Reece eine besondere Marketing-Idee einfallen lassen: Er schlägt dem neuseeländischen Regisseur Peter Jackson, bekannt besonders durch die Verfilmung von Tolkiens Herr der Ringe, vor, sich das Flugzeug selber zu schenken zum Geburtstag am 31. Oktober.

Regisseur Peter Jackson sammelt Militärflugzeuge

Daher hat Reece die Webseite, auf der er das Flugzeug und sein Restaurierungsprojekt präsentiert, auch gleich presentforpeter.co.uk (Geschenk für Peter) genannt. Der Hintergrund: Jackson gehört zu den bedeutendsten privaten Sammlern von Militärflugzeugen. Neben britischen Fliegern aus dem Ersten Weltkrieg nennt er auch deutsche Maschinen wie die Fokker D. VII sein Eigen, die für den Film «Der Blaue Max» von 1966 nachgebaut wurde.

Reece betont auf Anfrage von aeroTELEGRAPH per E-Mail, dass er und seine Firma Aviationz natürlich auch einen anderen Käufer akzeptieren. «Das Flugzeug steht im Rahmen von Verhandlungen und nicht über eine Auktion zur Veräußerung», stellt er dazu klar. Einen Preis nennt Reece nicht öffentlich und zum Standort sagt er lediglich, dass das Unikat «in einer Lagerhalle» steht, aber nicht, wo sich diese Lagerhalle befindet.

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