Eurofighter Typhoon

BAE SystemsNeues Mittel gegen neue Bedrohung: Eurofighter bekommt neue Drohnenwaffe

Kamikazedrohnen für wenige hundert Dollar gegen Kampfjets im Wert von Millionen – das Kräfteverhältnis hat sich verschoben. BAE Systems reagiert mit einer günstigen Laserlenkwaffe für den Eurofighter.

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Ein kurzer Laserimpuls, ein präziser Einschlag – und ein Szenario, das zunehmend den Luftkrieg der Gegenwart prägt: der Kampf gegen Drohnen. Genau hier setzt ein Produkt von BAE Systems an. APKWS-Laserleitsystem nennt es sich. Erstmals feuerte ein Eurofighter Typhoon erfolgreich diese kostengünstige Präzisionswaffe ab – ein Schritt, der dem europäischen Kampfjet im Umgang mit unbemannten Luftfahrtsystemen ein deutliches Upgrade verschaffen soll.

Das APKWS-Laserleitsystem sei eine äußerst «effektive und erschwingliche Lösung», um die Bedrohung durch feindliche Drohnen auszuschalten, so der britische Rüstungs-, Luft- und Raumfahrt- sowie Technologiekonzern. Der Test mit dem Eurofighter sei im Flugerprobungszentrum im englischen Warton durchgeführt worden, so BAE Systems. Dabei sei ein Flugzeug der britischen Royal Air Force genutzt worden, um erfolgreich ein bodengebundenes Ziel auf einem Militärtestgelände zu treffen.

Billige Drohnen gegen teure Kampfjets: das neue Normal

Sowohl der Krieg in der Ukraine als auch im Nahen Osten haben eine Lehre unterstrichen: Asymmetrische Luftkämpfe sind keine Ausnahme mehr – sie sind das neue Normal. Seit dem andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine, in dem Drohnen auf beiden Seiten für ein paar hundert Dollar Produktionskosten geparkte und fliegende 100-Millionen-Dollar-Kampfjets mühelos außer Gefecht setzen können, sucht die Verteidigungsindustrie fieberhaft nach effektiven Abwehrmöglichkeiten.

So wie die von ägyptischen Infanteristen gegen israelische Tanks eingesetzten sowjetischen drahtgelenkten Antipanzerraketen AT-3 Sagger im Oktoberkrieg von 1973 die alte Regel, dass ein Panzer im Bodengefecht nur von einem Panzer abgeschossen werden kann, überflüssig machten, so werfen im 21. Jahrhundert Kamikazedrohnen herkömmliche Dogfight-Doktrinen über Bord.

BAE Systems mit selbstbewusster Ansage

BAE Systems sagt, das APKWS-Laserleitsystem sei eine kampferprobte Mehrzwecklösung. Es wurde entwickelt, um eine Vielzahl von Bedrohungen zu bekämpfen und gleichzeitig kosteneffiziente Einsätze zu ermöglichen. «Dieser Test des APKWS-Laserlenksatzes am Eurofighter Typhoon demonstriert eine bahnbrechende Fähigkeit sowie eine kosteneffiziente Lösung, die das ohnehin beeindruckende Spektrum an Waffensystemen weiter erweitern würde», kommentiert Richard Hamilton, Geschäftsführer für Luftoperationen im Luftfahrtsektor von BAE Systems.

Der Eurofighter Typhoon ist ein multinational entwickelter Kampfjet, der seit 2003 von mehreren europäischen Ländern gemeinsam in Serie gebaut und betrieben wird. Die Hauptpartner sind das Vereinigte Königreich, Deutschland, Italien und Spanien. Das Industriekonsortium besteht aus Airbus, BAE Systems und Leonardo. Außer den Luftstreitkräften von Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien und Österreich fliegen im Nahen Osten die Luftwaffen von Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und Oman mit ihm.

Keine Science-Fiction mehr

Während des israelisch-amerikanischen Kriegs gegen den Iran flog die Royal Air Force Abwehreinsätze, um die arabischen Golfstaaten gegen iranische ballistische Raketen und explosive Kamikazedrohnen und Luft-Luft- sowie Boden-Luft-Raketen zu schützen. Das APKWS-Laserleitsystem ermöglicht sowohl Luft-Boden- als auch Luft-Luft-Einsätze.

Luftstreitkräfte setzen es bereits erfolgreich auf Plattformen wie der General Dynamics F-16, der Fairchild-Republic A-10 und weiteren Starrflüglern und verschiedenen Hubschraubern ein. Ist Laser die Waffe der Zukunft? Die israelische Luftabwehr setzte bereits seit März das laser-gestützte Flugabwehrsystem Iron Beam ein, das die etablierten Systeme Iron Dome und David's Sling modernisieren soll. Doch noch dominieren konventionelle Patronen und Raketen die Abwehrschlacht.

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